Habe schon länger nicht mehr von ihnen berichtet. Das will ich heute nachholen. Obwohl, soviel gibt es eigentlich nicht zu berichten. Ich habe mehrfach versucht, sie zu fotografieren. Doch mein nicht so dolles Fotografier-Talent und auch die beiden Hauptdarsteller ließen ein wirklich gutes Bild nicht zu. Hier das einzig wirklich halbwegs vorzeigbare:

Sobald sie merken, dass meine Kamera zum Einsatz kommen, unterbrechen sie jede Aktivität und warten gespannt bis ängstlich,was denn nun passieren mag.
Die beiden sind bis heute kein wirkliches Liebespaar geworden. Ich glaube auch nicht, dass sie es noch werden. Trotzdem sind sie viel miteinander beschäftigt. Hänge ich zwei Stücke Apfel in den Käfig, ist es nicht egal, wer welchen Bissen bekommt. Immer ist gerade der Bissen interessant, den der andere gerade gepickt hat. Dabei ist jedesmal mehr als genug für beide da. So geht es in vielen Dingen ihres Lebens. Oftmals ist der Sitzplatz, ob nun in oder auf dem Käfig gerade der attraktivste, den der andere gerade inne hat. Wenn ich vom Laufen unmittelbar nach dem Duschen noch mit nassen Haaren zu ihnen komme, streiten sie sich wieder um den besten Platz auf meinen Kopf. Den mögen beide besonders gerne. Da hält man sich auch gerne mal länger auf. Wenn ich da sitze und nur etwas lese oder so, macht Bertha häufig Versuche, bei mir zu landen. Sie traut sich nur nicht so recht, nur ganz selten mal wirklich. So bald ich nur wenige Minuten irgendwo sitze, versucht sie es mal mit mehr oder weniger Erfolg. Sie sucht den Kontakt zu mir gerade. Tweety jedoch nicht. Er kam allerdings letzte Woche doch das erste Mal auf meinen Finger und fand es toll, nun auch mal ganz alleine bei mir im Mittelpunkt zu stehen. Meistens drängelt sich Bertha ziemlich auf, so dass er zwangsläufig in den Hintergrund tritt.
Ihr Futter bekommen sie wochentags, wenn ich vom Laufen komme und geduscht habe. Wenn es ihnen zu lange dauert, bis ich endlich komme, randalieren sie, vor allem Bertha mit den Futternäpfen. Sie hängt es an einer Seite häufig aus, so dass der verbliebene Inhalt zu Boden fällt. Sie schafft es manchmal auch, diesen Napf ganz zu Boden zu schmeißen. Vor allem in der ersten Woche nach der Zeitumstellung machte sie es täglich. Außerdem schimpfen beide dann ziemlich laut stark. Ihre Art von Protest, wenn ich unpünktlich bin.
Ich mag beide auf ihre Art sehr gerne. Tweety, der mir gegenüber zurückhaltender ist, aber immer gerne singt und erzählt und sich beschwert, wenn ich zu viel rede und er nicht ausreichend "zu Wort" kommt. Auch Bertha erzählt gerne. Sie kann unglaublich quengeln, wenn ihr was nicht passt. Sie ist tapsig und temperamentvoll in ihrer Art, reagiert auf ihr fremde Bewegungen von mir sehr ängstlich. Auch wenn ich Kleidungsstücke anhabe, die sie nicht kennt, reagiert sie zunächst mit großer Ängstlichkeit.
Beide zu beobachten, bringt mich sehr häufig zum Lachen. Sie sind mir sehr angenehme Mitbewohner, ja ich sage oft, es sind meine kleinen Freunde.