Der Tag beginnt früh, schon um 5.00 Uhr geht der Wecker. Kurze Zeit später wecke ich auch meine kleinen Freunde.
Sie reagieren unterschiedlich darauf. Tweety, der fast immer gute Laune hat, ist ziemlich schnell wach. Er beginnt schnell zu erzählen und futtert wie ein Weltmeister. Bertha ist dagegen ein echter Morgenmuffel. Sie rührt sich kaum, guckt nur verstört durch die Gegend, als wollte sie sagen: Es ist doch noch viel zu früh! Bis dass ich ca eine Stunde später aus dem Hause gehe, ist das so. Sie rührt sich nicht vom Fleck und frißt auch nicht.
Komme ich nachmittags vom Büro nach Hause, sind sie beide meist schon wieder schläfrig. Schon wieder werden sie von mir geweckt. Doch sie wissens scheinbar, dass unsere gemeinsame Zeit noch nicht da ist. Ich ziehe mich meist schnell um zum Laufen. Interessant ist an dieser Stelle zu erwähnen, sobald ich mich umziehe, fangen beide an, ihr Gefieder zu putzen. Das macht Tweety auch schon morgens so, Bertha auf jeden Fall mittags mit. Wenn ich vom Laufen zurück bin, ziehe ich mich schon wieder um. Wieder putzen beide ihr Gefieder. Sie achten schon darauf, was ich tue und machen es mir manchmal gleich.
Nun ist aber immer noch nicht unsere Zeit. Schließlich muss ich noch Duschen. Doch kaum komme ich frisch geduscht mit noch nassen Haaren ins Zimmer, wissen sie, jetzt ist unsere gemeinsame Spielzeit. Man sieht vor allem Bertha an, dass sie es kaum noch abwarten kann. Ich freue mich auch jedesmal auf diesen Augenblick.
Sie fliegt mir auf dem Kopf, Tweety auch, wird aber mittlerweile fast jedes Mal von Bertha weggejagt. Sie spielt mit meinen Fingern. Einmal war sie auf meinem Kopf, ich hob meinen Finger zu ihr hoch, bzw. meine ganze Hand. Sie ging diesmal nicht auf den Finger sondern in die "Höhle" zwischen Zeigefinger und Daumen. Ich hob diesen Teil ein wenig an, sie kroch hinein. Ich hob diesen Teil meiner Hand noch höher, so dass ein kleiner Tunnel entstand, in dem sie reinkrabbelte und nicht mehr raus wollte. Bin froh, dass es kein Foto von diesem vermutlich seltsamen Bild von uns beiden gibt. Ich mit dem Vogel auf dem Kopf und der Hand, wo der Vogel sich versteckte oder was auch immer tat. Später sind wir gemeinsam zum großen Spiegel gegangen. Sie saß auf meinem Finger und fand das Spiegelbild interessant. Sie spielte damit und wollte es berühren, was natürlich nicht ging. In ihrem Übereifer verlor sie das Gleichgewicht und schon war das Spiel vorbei. Es ist faszinierend, wie vor allem Bertha mir immer mehr ihr Vertrauen schenkt. Als ich kurze Zeit später mit unserem Obstteller kam, beachteten sie ihre Apfelstücke erst, als ich meine aß. Da gab es kein Halten mehr. Beide gingen diesmal recht schnell in den Käfig und machten es mir nach. Sie futtern noch immer, während ich hier sitze und schreibe.