Ein stürmischer Wind geht derzeit umher. Im Hochhaus in der 16. Etage hört man ihn immer ohne Pause heulen. Macht man ein Fenster auf, fällt es schneller wieder zu als einem lieb ist. Möchte man in ein Zimmer treten, muß man sich mit seinem Körpergewicht gegen die Türe lehnen, um sie auf zu bekommen. Geht man aus dem Haus heraus um die Ecke, wird man fast weg geweht. Hui, weht der Wind stürmisch daher.
Später beim Laufen weht er mir zunächst von vorne ins Gesicht. Es fühlt sich an, als würde ich auf der Stelle laufen. Das Laub wird nur so umher gewirbelt, einige kleinere Äste ebenso. Am See angekommen, sind die Arbeitskräfte der Stadt mit riesigen Laubsaugern damit beschäftigt, das Laub zusammenzufegen bzw. von den Wegen zu befreien. Eigentlich schade, ich laufe doch so gerne auf diesem bunten Teppich. Es ist nicht mehr viel Laub auf den Bäumen nur noch vereinzelt hier und da. Mir fällt auf, die Schwäne, die sonst ganz gemächlich und stolz auf dem See schwimmen, haben sich in eine Ecke verkrochen, wo der Wind nicht so weht und die Wellen auch nicht so schlagen. Sie versammeln sich direkt am Wasserrand. Es sieht schon komisch aus. Ich laufe um den See herum, mal kommt der Wind von rechts, dann von links, mal von vorne oder auch von hinten. Auf der anderen Seite vom See angekommen sind heftige Wellen zu sehen. Würde nun einer mit einem kleinen Segelboot dort lang schippern, es würde sicher nicht so gemütlich sein.
Als ich den Seeweg wieder verlassen habe und auf dem Weg nach Hause war, fegte der Wind von hinten und schob mich ein wenig an. Ich wünschte nun, ich hätte ein Segel, mit dem ich noch schneller davon wehen könnte. Ach, was da gut. Nun bin ich längst wieder Zuhause. Es war ein schöner stürmischer Lauf. Es hat mal wieder Spaß gemacht.