Meine Fußsehne meldet sich doch immer mal wieder und meckert rum. Besonders zu Beginn der Woche war es wieder mehr und heftiger als mir lieb war. Jeder Schritt tat mir weh, sogar schon beim Gehen. Ich habe mir in der Apotheke Traumeel besorgt. Es wirkt ganz toll. Hatte gestern endlich mal wieder einen völlig beschwerdefreien Tag incl. des Laufes.
So kämpfte ich gestern abend, heute nacht und auch heute morgen mit mir, ob ich mein Vorhaben, endlich mal wieder eine etwas längere Runde auch noch auf Asphalt zu laufen, umsetzen sollte. Mein Kopf sagte NEIN. Gerade mal einen Tag beschwerdefrei und dann gleich schon wieder was größeres Laufen. Ziemlich unvernünftig! Doch mein Herz war alles andere als vernünftig. So lange war ich nicht mehr in den Feldern von Rumeln und Schwafheim. Außerdem bin ich es leid, immer nur auf meinen blöden Fuß zu hören. Ich war mir alles andere als sicher, was ich tun sollte.
Heute morgen machte ich mich für den langen Lauf bereit, obwohl ich nicht wußte, ob ich ihn laufen würde. Ich wollte meine Entscheidung unterwegs treffen, wenn ich spürte, wie sich das Laufen anfühlte. Am Ende siegte das unvernünftige Herz. Ich lief eine mittellange Runde auf den asphaltierten Feldwegen.
Als ich nach ca. 4 km dort ankam, fühlte es sich gut an. Mit 14 Grad schon früh am Morgen und sogar Sonnenschein fühlte es sich überhaupt nicht herbstlich an. Ich war mit meinem langärmeligen Shirt viel zu warm angezogen. Der Schweiß floß aus meinem Körper in Strömen. Doch die Ruhe, die Weite dieser Gegend, die Schönheit der Natur, das war es, wonach ich mich schon länger sehnte. Die Felder sind nicht alle kahl. Man sieht viel vom hochgewachsenen Gründünger, der zum Teil sogar gelblich in der Sonne blüht. Ich war in Gedanken und weiß schon gar nicht mehr, woran ich dachte. Ich habe den Lauf jedenfalls genossen. Als ich wieder am See ankam, lief ich noch eine Runde drum herum. Es waren sehr viele Walker in Gruppen unterwegs. Es war für mich der reinste Slalomlauf. Die einen laufen rechts auf dem Wege, die anderen links, die nächsten nehmen gleich die ganze Breite des Weges in Anspruch. Was war ich froh, dass dieser Teil des Weges nur ein kurzer für mich war. Bald war ich an der Hauptstraße und auch schon wieder Zuhause. Konnte 15,14 km in 110,09 min. festhalten.
Meine Ferse hat sich zwischendurch nur ein wenig gemeldet. Sie bekommt nun in den nächsten Tagen wieder kürzere Einheiten zum Erholen. Will lieber während der Woche zurückstecken, als auf meine geliebten längeren Wochenendläufe zu verzichten.