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Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?

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Eine kleine große Liebe

Seit zwei Jahren lebten zwei Wellensittiche in meiner Wohnung. Der weibliche Vogel war schneeweiß (Flöckchen), ein wenig schüchtern, konnte gegenüber dem anderen manchmal zickig sein, liebte ihn aber sehr. Der Hahn ist quietsch-gelb (Tweety), fast immer fröhlich, singt gerne und ist sehr in seine kleine Freundin verliebt. Sie kamen am gleichen Tag zu mir, hatten die gleiche Herkunft, entdeckten, was es zu entdecken gab immer gemeinsam. Ihre Zuneigung zueinander war das Schönste an ihnen. Sie kraulten sich häufig gegenseitig das Köpfchen, schnäbelten und schmusten miteinander. Ich ließ sie den ganzen Tag Zuhause frei herum fliegen, nur abends, wenn sie freiwillig wieder rein gingen, machte ich den Käfig zu. Das war nicht einen Tag problematisch.
Als ich letzte Woche Donnerstag nach Hause kam, merkte ich gleich, dass mit Flöckchen etwas nicht stimmte. Sie saß ganz apathisch auf dem Käfig oben drauf und schlief fast nur. Man konnte sehen, dass sie fürchterlichen Durchfall hatte, was für so kleine Tiere lebensgefährlich ist. Wenn ich mich an den Käfig stellte und beide Vögel ansprach, öffnete sie noch nicht einmal die Augen. Tweety war die ganze Zeit bei ihr, kraulte ihr das Köpfchen, schmuste mit ihr, fütterte sie, ließ gar nicht mehr von ihr ab. Er gab wirklich alles, munterte seine kleine Freundin nach besten Kräften auf. Dann kam das Wochenende und ich hatte den Eindruck, es ginge wieder aufwärts mit ihr. Der Durchfall wurde etwas besser und sie bekam auch wieder Appetit. Tweety gab immer noch den ganzen Tag über alles, um seine Freundin aufzumuntern.
Zum Wochenbeginn flog sie wieder, gab Laute von sich und ich dachte, sie sei über dem Berg. Klar, sie wirkte immer noch geschwächt. Doch man kennt es ja selber, nach einer Krankheit braucht man ein paar Tage, um wieder richtig fit zu werden. Doch als ich am Mittwoch von der Arbeit nach Hause kam, ging es ihr viel schlechter als zuvor. Dabei hatte sie am Morgen noch einen sehr gesunden Appetit gezeigt und wirkte recht munter. Nun ging sogar Tweety auf Abstand, ging nicht mehr an sie heran. Sie war sehr schwach, ich musste sie in den Käfig tragen. Man sah, wie die Kraft ihren Körper immer mehr verließ und in der Nacht ist sie dann gestorben. Tweety kam damit überhaupt nicht zurecht, flog am Morgen wild herum und schimpfte laut. Ich konnte es in dem Moment nicht ändern. Ich musste zur Arbeit.
Als ich am Nachmittg nach Hause kam, war Tweety noch immer völlig aus dem Häuschen. Er rief ständig nach seiner Freundin, wenn ich ihn ansprach, schimpfte er laut. Er war nicht zu beruhigen. Mir war klar, so konnte es nicht weitergehen.
Im Stadtpanorama fand ich eine Anzeige von einem Züchter, der Nachwuchs anbot. Ich rief dort an und machte mich dann auf den Weg dort hin. Dort suchte ich eine neue Freundin für meinen Tweety aus. In einem kleinen engen Karton fuhr ich sie noch eine halbe Stunde bis zu mir nach Hause, dann hoch in die Wohnung, wo uns Tweety schon wieder lautstark begrüßte. Ich richtete den Käfig noch ein wenig her, füllte Futter nach, um dann unsere neue Mitbewohnerin (Bertha) dort reinzusetzen. Es war erst einmal ein großes Geflatter von beiden Vögeln. Es dauerte eine Weile, bis Ruhe einkehrte. Der eine Vogel saß ganz rechts, da andere ganz links im Käfig und sie beäugten sich gegenseitig. Liebe auf den ersten Blick sieht wohl anders aus. Aber beide hatten an diesem Tag schon so einiges erlebt. Sobald sich einer der beiden rührte, zuckte der andere zusammen. Doch der laufende Fernseher hatte auf beide eine beruhigende Wirkung. Bertha begann allmählich, ihre neue Umgebung zu inspizieren. Wie alle Neuankömmlinge hatte es auch ihr vor allem die Schaukel angetan, die jedoch zu Beginn noch ihre Tücken zeigt, wenn man da drauf springt. Das Ausbalancieren des Gleichgewichts muss erst noch gelernt werden. Heute morgen beäugten sich beide immer noch sehr. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sie vertraut miteinander sind. Ob sie sich irgendwann vielleicht lieben werden? Ob es gar so eine große Liebe wird wie mit Flöckchen? Doch immerhin ist der kleine Kerle nun nicht mehr alleine und damit beschäftigt, Bertha kennen zu lernen. Mehr kann ich nicht tun für ihn.
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S
Wie sich Tiere lieben ist unbeschreiblich!
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N
<br /> Ja, das ist schon bemerkenswert.<br /> Genauso, wie jedes Tier seinen ganz eigenen Charakter hat.<br /> Doch wievielen Menschen fehlt dazu jedes Verständnis und demzufolge auch der Respekt vor jedem einzelnen Lebewesen.<br /> Gruß<br /> Kornelia<br /> <br /> <br />
R
Es ist traurig mit Flöckchen. Es geht einem doch sehr nahe, wenn ein tierischer Mitbewohner stirbt. <br /> Tweety wird sich schon an seine neue Gefährtin gewöhnen. Wellensittiche sind sehr gesellige Tiere, die eigentlich in großen Schwärmen zusammenleben. Ich bin überzeugt, dass sie sich vertragen werden. Es muss ja nicht die große Liebe sein. <br /> Euch Dreien noch einen schönen Sonntagabend!<br /> Ramona
Antworten
N
<br /> Hallo Ramona,<br /> die Beiden sind zwar immer noch auf Abstand, suchen nicht gerade den Kontakt zum anderen, doch futtern sie gemeinsam und beim gestrigen ersten Freiflug war Tweety für Bertha eine wertvolle Hilfe.<br /> Wie bei Menschen das Laufen, war bei denen das freie Fliegen sichtlich wohltuend. Immerhin, sie streiten nicht miteinander.<br /> Wünsche dir einen angenehmen Start in die Woche.<br /> Gruß<br /> Kornelia<br /> <br /> <br />
M
Oh, das ist traurig. Sehr berührend, das geht zu Herzen. <br /> <br /> Vielleicht werden die zwei sich zusammen raufen, aber ob es eine Liebe wird? Ich kann mir das nicht vorstellen. Tweety wird sein Flöckchen bestimmt nicht vergessen – zumal sie sehr treu sind – soweit ich weiß.<br /> <br /> Echt traurig!
Antworten
N
<br /> Ja, ich kann sagen, wenn so eine Geschichte im TV laufen würde, ich würde sie ausschalten, es wäre mir zu traurig. Doch das wirkliche Leben fragt einen da nicht nach.<br /> Mittlerweile geht es Tweety aber schon etwas besser. Die beiden futtern mittlerweile gemeinsam ihre Körner und Bertha stimmt in Tweetys Gesang des öfteren mit ein. Ob es eine große Liebe wird, weiß<br /> ich nicht. Aber eine nette Freundschaft wäre auch schon mal was.<br /> Vielen Dank für Deine Anteilnahme!!!<br /> Gruß<br /> Kornelia<br /> <br /> <br />
P
Liebe Nela,<br /> <br /> das ist ja so traurig für Flöckchen... Aber es ist so erstaunlich, mit welcher Hingabe, Aufrichtigkeit und Intensität sich die Tiere lieben. Das könnten sich manche menschliche Paare zum Vorbild nehmen. <br /> Ich würde mich freuen, wenn sich Tweety und Bertha annähern und sich vielleicht auch so lieben können.<br /> <br /> Viele liebe Grüße und auch Dir ein schönes Wochenende<br /> Petra
Antworten
N
<br /> Liebe Petra,<br /> vielen Dank für Deine Anteilnahme. Heute kann ich sagen, die große Liebe ist zwischen Tweety und Bertha noch nicht ausgebrochen. Aber sie fressen mittlerweile gemeinsam und wenn Tweety vor sich hin<br /> singt, stimmt Bertha manchmal mit ein. Außerdem ist Tweety nicht mehr so aus dem Häuschen wie noch vor zwei Tagen. Bin also guter Dinge, dass die beiden sich verstehen werden.<br /> Gruß<br /> Kornelia<br /> <br /> <br />