Gestern abend gab es ein kleines Gewitter, nicht schlimm, aber eben feucht. In der Nacht hat es sich hier nicht wirklich abgekühlt. Um 5.00 Uhr zeigte mein Außenthermometer auf dem Balkon 20 Grad an und es wehte kein Lüftchen. Es stand ein langer Lauf an, den ich aufgrund der Witterung ein wenig fürchtete. Doch ich wollte es wenigstens versuchen und sollte es nicht gehen, könnte ich ja abkürzen.
So lief ich gegen 6.00 Uhr ganz bewußt recht langsam los mit meinem Camelback ausgestattet. So richtig schwer waren meine Beine nicht, aber auch nicht so locker und leicht wie noch vor zwei Wochen.
Schnell war ich am See, ließ ihn links liegen, wieder die Eisenbahnbrücke hoch und nach 4 km war ich dann in den Feldern. Ich schwitzte da bereits und war sehr froh, dass ich meinen Trinkrucksack dabei hatte. Es lief aber ganz gut, besser als ich vorher dachte. Nachdem ich die Wohngegend hinter mir gelassen hatte, war ich schon bald auf dem langen geraden Stück. Heute wehte auch hier kein einziges Lüftchen. Dabei wäre es mir heute willkommen gewesen. Die milchige Sonne kam nicht wirklich durch und doch tauchte sie die Kornfelder rechts und links von mir in eine phantastisch schöne Farbenwelt. Die Kornfelder sind nicht mehr grün sondern leuchten golden. Doch jedes wieder etwas anders, mal heller, mal blasser, mal goldener und dann doch wieder mit ein wenig grün drin. Dann ein Stück von einer kleinen Baumallee hoch. Das ist der Niederrhein, wie ich ihn mag, die unendlichen Weiten, die großen kräftigen Bäume links und rechts des Weges, sogar Kühe und Pferde kann man nun auf den Weiden grasen sehen. Ich genoss diesen Anblick trotz der sehr unangenehmen Schwüle. Allmählich wurden meine Beine schwerer, dabei hatte ich gerade erst 12 km hinter mir. Die Feldwege hatten bald ein Ende für mich, ich mühte mich nun über die Eisenbahnbrücke, kam wieder am See an, ließ ihn nun rechts liegen. Noch einmal eine letzte kleine Trinkpause, bevor es die letzten 2 km nach Hause ging. Mehr hätte ich heute nicht laufen wollen. Das schwüle Wetter ist nicht mein Ding, sie belasten den Kreislauf und machen mir das Laufen schwer. Doch ich hatte am Ende 18,10 km in 143 min zu verbuchen. Ich habe mich überwunden, durchgehalten, das ist es, was heute zählt.