Es gibt Orte, wo man nicht alleine ist, sich aber ziemlich einsam fühlt. Und dann gibt es Situationen, wo man tatsächlich alleine ist, jedoch Freiheit und Zufriedenheit verspürt.
Im Büro habe ich täglich Leute um mich, die ganz anders sind als ich, so empfinde ich es. Deren Gedankenwelt kreist um Schönheitsoperationen, Shoppen, weniger um Kreatives, Gesundheitliches oder ähnliches. Sie sind häufig erkältet, bewegen sich nicht viel, rauchen dafür um so mehr und merken nicht, wie der eigene Körper dagegen rebelliert. Für das, was mich interessiert, finde ich kein Echo, weder für meine Leidenschaft des Laufens, noch für die Malerei, auch werde ich nie nach meinem Befinden befragt. Ich spüre, dass über mich gesprochen wird, weiß aber nicht warum und worüber. Fühle mich häufig ausgegrenzt. Obwohl ich zu einer Gemeinschaft gehöre, fühle ich mich dort einsam.
Bin ich jedoch Zuhause, gibt es viele Dinge, die mir Spaß machen, z. B. das Laufen, das Malen, kochen, lesen usw. Wenn ich z. B. laufen gehe oder auch ein Bild male, dann ist das Gefühl von Einsamkeit weit weg, obwohl ich dann tatsächlich alleine bin. Ich empfinde beim Laufen das Einatmen der Luft, die rhythmische Bewegung meines Körpers als Befreiung. Mir fällt so mancher Ballast, der sich im Laufe des Tages angesammelt hat, vom Herzen. Ich hole mir dabei die Kraft, Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein, um den nächsten Tag wieder gut aushalten zu können. Gelingt mir oftmals sehr gut. Manchmal würde ich vor allem wochentags sogar gerne weiterlaufen, weil es sich so gut anfühlt. Doch laufe ich derzeit mehr km als die ganzen Wochen und Monaten zuvor. Würde ich unstrukturiert und frei nach Gefühl laufen, würde ich mich wohl schnell überfordern bei all der Euphorie. Außerdem sind mir die längeren Wochenendläufe wichtig. Ich freue mich jetzt schon auf das kommende Wochenende, wo ein längerer Lauf wieder mal auf meiner Tagesordnung steht. Es wird keine Pflicht sein, sondern ein endlich Dürfen.