Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Ich laufe nun schon seit einigen Jahren täglich. Zweimal musste ich allerdings meine jeweilig bestehende Serie abbrechen. Danach ging es aber gleich wieder weiter mit dem Täglichen Laufen.
Ich laufe gerne jeden Tag. Es ist ein Teil von mir geworden, ein mir wichtiger Bestandteil eines jeden Tages.
An den meisten Tagen laufe ich gerne und genieße diese Freiheit, die ich mir täglich gönne. Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich eigentlich keine rechte Lust aufs Laufen habe. Ich laufe dennoch los und die meisten dieser zunächst mit Unlust begonnenen Läufe enden in großer Zufriedenheit für mich. Klar, auf manche Läufe hätte ich auch ganz verzichten können. Dann, wenn man einfach nicht so recht in die Gänge kommt. Das sind aber wenige Läufe.
Auch wenn ich auf Reisen bin, der Tag der An- und später der Abreise sind nicht wirklich gut zum Laufen geeignet und stehen mehr unter Zwang anstelle von Lust. Aber auch diese Läufe sind sehr selten bei mir und gehören einfach auch dazu.
In den allermeisten Fällen aber freue ich mich auf meinen täglichen Lauf. Ich ziehe gerne meine Laufsachen an, egal zu welcher Jahreszeit und egal auch zu welcher Witterung. Naja gut, die große Sommerhitze an dieser Stelle mal ausgenommen. Ich ziehe auch gerne meine Laufschuhe an. Es sind mir die liebsten Schuhe die ich habe.
Die ersten Schritte draußen sind fast immer sehr langsam. Ich will nicht schnell laufen, will viel mehr Entspannen und mich Wohlfühlen, bin eigentlich immer auf der Suche nach dem Leicht und Locker-Laufen. Manchmal stellt es sich schnell ein, manchmal dauert es eine ganze Weile und manchmal läuft es sich eben nicht leicht und locker, sondern eher beschwerlich. Doch wenn sich Leicht und Locker bei meinem Laufen ergeben, fühlt es sich sehr gut an.
Ich mag es, wenn die Gedanken auf Reisen gehen, wenn ich wie durch meinen eigenen geistigen Tunnel meinen Weg laufe. Immer wieder begegnet man Menschen mit Hund, walkend oder laufend. Einige grüßen immer, einige nur manchmal und andere auch nie. Man kennt es mittlerweile. Auch das gehört zum täglichen Ritual.
Mir gefällt es auch, den Verlauf eines jeden Jahres in der Natur jeden Tag miterleben zu dürfen. Zu beobachten, wie es sich zu Beginn eines Jahres anfühlt, wenn alles kalt ist draußen oder später, wenn das erste zarte Grün sprießt oder noch später, wenn es immer wärmer und manchmal auch unerträglich heiß wird, aber auch wie es sich anfühlt, wenn die Sonne scheint, wie es sich anfühlt, wenn sie gerade aufgeht oder wenn sie später hoch am Himmel steht und einem fast zu viel wird und noch später, wenn sie ihren Zenit längst überschritten hat und untergeht.
Auch Regenläufe haben ihren ganz besonderen Reiz. Jeder Regen ist anders. Manchmal regnet es nur sanft mit wenigen Tropfen, dann fällt ein alles durchnässender Nieselregen und manchmal regnet es dicke feste Bindfäden vom Himmel. Auch Hagelkörner können reizvoll sein, wenn sie einem das Gesicht massieren wie tausende von Nadelstichen. Kommt dann noch Wind oder gar Sturm hinzu, ist es aufregend, mittendrin zu sein und damit oder auch dagegen zu laufen.
Jetzt gerade neigt sich der Sommer dem Ende entgegen, liegt in den letzten Zügen, der Herbst breitet sich jeden Tag mehr aus. Es dauert nicht mehr lange, dann fällt das Laub in Massen von den Bäumen und Sträuchern zu Boden, dann wird es noch kälter da draußen und früher dunkel und später wieder hell. Und immer werde ich jeden einzelnen Tag bemüht sein, meinen Lauf zu laufen.
Wenn der erste Schnee fällt und alles um einen rum zu verzaubern scheint, fühlt man sich selber manchmal wie geblendet von all der phantastischen Zauberei. Ist allerdings alles um einen herum total vereist und glatt ist das mit dem Laufvergnügen nicht ganz so einfach.
Häufig laufe ich eine Runde um den Töppersee. Mal laufe ich rechts herum, dann wieder links herum, manchmal nehme ich den Binsenteich noch dazu, dann wieder nicht. Es ist zwar meistens der Töppersee, doch die Anzahl der Wege, eine Vielzahl von Laufmöglichkeiten ist gegeben.
Am Wochenende zieht es mich oft ein Stück weiter in die ländlicheren Felder von Rumeln, Schwafheim und Holderberg. Oft schon habe ich an dieser Stelle berichtet, wie gut mir das gefällt und wie ich dabei empfinde. Es sind meist ganz besondere Läufe für mich. Sie gehen weiter als die übrigen und ich laufe sie gerne.
Wie es sich anfühlt, wenn man nicht jeden Tag läufe, weiß ich schon gar nicht mehr. Ich möchte es eigentlich auch gar nicht wissen. Tägliches Laufen ist ja nichts Unrechtes oder sonst wie Negatives. Es ist etwas, was mein Leben auf jeden Fall bereichert, was mir Spaß macht, was mich motiviert und auch zufrieden macht.
Auch wenn es Tage gibt, die vielleicht nicht ganz so gut zum Laufen geeignet sind. Ich möchte das Tägliche Laufen nicht mehr missen und hoffe, es noch lange jeden Tag genießen zu können. Solange ich jeden Tag laufen kann, weiß ich, dass es mir gut geht. Was will ich mehr?