Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
In die Ferne zu reisen, mal für eine Zeit lang weg von Zuhause, weg von der Arbeit, Tapetenwechsel, Luftwechsel, alles einmal ganz anders um einen herum, ist eine schöne Sache. Man kommt mal raus aus dem eingetretenen Trott, sieht andere Dinge, trifft andere Menschen, hört andere Geräusche, als Läufer ganz andere Laufstrecken. Man hat viel mehr Zeit für das eigene Ich, für Dinge, die einem Freude machen, Zeit zum Entspannen, Relaxen, zum Weilen in der Natur und noch vieles mehr. Man bekommt viele neue Eindrücke und auch im Kopf wird wieder vieles klarer.
Es tut aber auch gut, nach dieser Zeit wieder nach Hause zu kommen. Zuhause ist es auch sehr schön, die eigene Wohnung, das eigene Bett, das eigene Essen, aber auch den eigenen Haushalt, die eigene Wäsche und irgendwann auch wieder die Arbeit.
Ich laufe gerne um meinen Töppersee herum und noch viel mehr durch die Felder so wie heute. Der weiße Sandstrand, die wunderschönen Dünen, das Wellenrauschen, die Wälder, die anders sind als wie Zuhause, die gute Luft, alles das war wirklich sehr, sehr schön. Doch spätestens wenn mein Weg Richtung Schwafheim / Holderberg führt, aller spätestens, wenn ich die B 57 überquert habe und die Feldwege erreicht habe, spätestens dann weiß ich zu schätzen, wo ich Zuhause bin.
Ich mag die Weite der Felder, die so riesig sind. Hier ist es meistens recht ruhig. Es fährt nur ab und zu mal ein Auto vorbei oder es kommt einer mit seinem vierbeinigen Freund entgegen. Ja, auch andere Läufer wissen das zu schätzen, man begegnet sich, grüßt mit einem Lächeln im Gesicht und läuft entspannt und zufrieden weiter. Manchmal "riecht" es hier nach frischer Landluft, wenn ein Bauer Dung über sein Feld geschüttet hat, manchmal sehe ich auch Vögel mit großen Flügeln. Noch ich eh erkennen kann, was es für ein Vogel ist, ist er schon wieder weg, entflogen in die unendliche Weite des Himmels. Viele, viele Kaninchen säumen meinen Weg, kleine Einfamilienhäuser, manchmal auch größere Bauernhöfe, Kühe und Pferde auf den Wiesen.
Mitten dadurch laufe ich ganz alleine meinen Weg mit den Gedanken wieder einmal überall und nirgendwo. Es läuft sich leicht und locker und ich fühle mich wohl. Hier kenne ich fast jeden Baum und jeden Strauch, jedes Haus und noch vieles mehr. Hier bin ich Zuhause und hier laufe ich gerne. Es läuft sich gut, mir macht das Spaß und ich weiß das Vertraute zu schätzen.
Heute lief es wieder einmal besonders gut. Es war wirklich so, als ich die B 57 überquert hatte, als hätte jemand in mir einen Schalter umgelegt. Es lief auf einmal so viel leichter und angenehmer als viele Tage und Wochen zuvor. Das zu beschreiben ist schwer. Es war auf jeden Fall ein sehr, sehr gutes Gefühl.
Es ist schön, wieder Zuhause zu sein.