Nun ist Bertha schon einige Wochen bei uns und hat sich ganz gut eingelebt. Anfangs wußte sie mit einem Stück Apfel nichts anzufangen, jetzt läßt sie kaum noch etwas davon übrig, wenn ich es ihr anbiete. Auch den ganz-täglichen Freiflug weiß sie sehr zu schätzen. Sie ist sehr lebendig, knabbert an allem rum und erzählt viel und meist auch recht laut. Vor ca. einer Woche wollte ich sie ein wenig an meine Hand gewöhnen, was manchmal hilfreich sein kann. Ich legte die Hand einfach immer nur für kurze Zeit auf den Käfig, auf dem sie drauf rumkletterte, hin. Beim ersten Mal flog sie ängstlich weg. Einige weitere Male war ihr das auch nicht so wirklich geheuer. Doch dann sah sie interessiert zu, wie ich mit den Fingern spielte. Schließlich kam sie. Normalerweise knabbern Wellensittiche vorsichtig an den Fingern. Doch sie langte gleich richtig zu, aua. Anfangs hielt ich das noch aus. Dann wurde sie mutiger, ging sogar auf meine Hand und biss derartig feste und schmerzhaft in eine Falte meines Fingers und ließ fast nicht mehr los. Selbst als ich meine Hand vom Käfig nahm, ließ sie zunächst nicht los, später aber dann doch. Danach habe ich es dann lieber gelassen, wird sie eben nicht handzahm. Was ihr momentan auch Freude macht ist, solange am Futternapf zu knabbern und zu rappeln, bis er schließlich zu Boden fällt. Sie kommt schon auf lustige Ideen.
Tweety geht es auch mittlerweile wieder viel besser. Er ist wieder der fröhliche Kerl, wie ich ihn kenne, fliegt gemeinsam mit Bertha viel durch die Wohnung, viel mehr als zuvor mit Flöckchen, die dazu nie so große Lust hatte. Er singt wieder viel und manchmal baggert er sogar Bertha an. Doch sie will davon nichts wissen und jagt ihn, wenn er zu aufdringlich wird, weg. Naja, vielleicht brauchen die Beiden noch ein wenig Zeit. Bin jedenfalls froh, dass es so läuft.
Manchmal denke ich, ob Flöckchen nicht gerade alt wurde, weil sie vielleicht ganz weiß war? Sie war jedenfalls nie sehr aktiv, immer ein wenig transusig. Es hat allerdings auch jedes Tier seinen ganz eigenen Charakter.
Immerhin streiten sich Tweety und Bertha nicht, sie futtern gemeinsam, pflegen ihr Gefieder zur gleichen Zeit und sind viel miteinander beschäftigt.