Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Zwei Jahre Täglichlaufen hätte ich mir vor zwei Jahren nicht vorstellen können.
Ich hatte bei der ersten Begegnung damals gedacht, dass es viel zu viel wäre, täglich zu laufen. Ich konnte es mir nicht vorstellen. Doch dann las ich hier und da davon und fing an, mich dafür zu interessieren.
Ich las, wie unterschiedlich die Menschen das Täglichlaufen angingen, die es damals schon praktizierten. Es ist für jeden genauso einmalig wie das Leben an sich sowieso. Jeder macht es anders. Der Eine läuft nur wenige km täglich, der andere viel mehr, manche laufen am Wochenende häufig bei irgendwelchen Wettbewerben und Veranstaltungen mit, andere wieder nur für sich. Jeder macht es so, wie er mag.
Das Thema reizte mich immer mehr. Wie würde Täglichlaufen wohl bei mir aussehen? Wie würde ich damit zurecht kommen? Was macht es aus mir? Es gab viele Hätte, Wenn und Abers in meinem Kopf. Die Gedanken drehten sich immer wieder im Kreis. Es nutzte nichts. Um es herauszufinden gab es nur einen Weg: täglich zu laufen.
Nach einem Wanderurlaub auf Madeira konnte ich es kaum abwarten, endlich damit zu starten. Am Freitag, den 3. April 2009 lief ich dann los und dann am Samstag, Sonntag, Montag... Es folgten viele Tage, Wochen und Monate. Ich fühlte mich erstaunlich gut dabei. Ich ging es ja auch zunächst behutsam an, lief nur langsam kleine Runden. Mit der Zeit weitete ich sie ein wenig aus. Am Wochenende lief und laufe ich auch heute noch meist eine größere Strecke. Es macht mir ungeheuer viel Spaß, jeden Tag zu laufen, mir die große Tüte frische Luft einzuatmen, den ganzen Körper arbeiten zu lassen, zu spüren, wie das Blut überall zirkuliert und arbeitet und auch immer auf der Suche nach dem berühmten Runners-High. Oft ist es mir ja auch gelungen, habe ich es tatsächlich gefunden und in vollen Zügen genossen.
Es gibt aber auch die andere Seite des Täglichlaufens an Tagen, wo man müde und schlapp vom Büro und dem Rest der Welt genervt nach Hause kommt, wo es schwer fällt, die Schuhe zu schnüren und tatsächlich loszulaufen und dann doch zu spüren, wie gut es tut. Aber auch jene Tage, wo es hier und da mal mehr oder weniger ziept und zwickt. Wo man Zweifel hat, soll ich mit diesen Zipperlein tatsächlich laufen? Meist habe ich es durchgezogen und ich hatte nie das Gefühl, dass es falsch war. Immer war es mir im nachhinein die richtige Entscheidung gewesen, trotz aller Zweifel beharrlich meinen täglichlichen Lauf durchzuziehen. Das hätte ich vor zwei Jahren tatsächlich nicht für möglich gehalten. Doch sich trotz aller Widrigkeiten immer wieder aufzuraffen, ist eine Wohltat. Ich laufe, also lebe ich noch, also geht es mir doch gut.
Nur zu Beginn des Jahres 2011 ging es dann tatsächlich für wenige Tage nicht mehr. Ein Magen-Darm-Infekt hatte meine Kräfte doch viel zu sehr in Anspruch genommen. Mir war übel, ich war kraftlos, mein Kreislauf spielte verrückt und ich wollte und konnte mir das sonst so geliebte tägliche Laufen nicht vorstellen. Also bin ich nicht gelaufen und ich glaube auch noch heute, dass es die richtige Entscheidung war. Wenn man krank ist, gehört man nicht auf die Laufpiste. Auch wenn es noch so weh tat und manchmal immer noch weh tut, ich musste meine Serie leider abbrechen. Doch war es ein Abbruch oder nur eine Unterbrechung?
Nach vier Tagen schnürte ich wieder voller Ungeduld meine Laufschuhe. Es war erst nur eine sehr kurze Runde, die aber ungeheuer gut tat. Seit dem laufe ich wieder jeden Tag und bereue es nicht.
Heute ist der 2. April 2011 und ich könnte sagen, dass ich zwei Jahre täglich laufe. Es sind aber leider nicht 730 Tage, sondern eben nur 726. Es ist also kein richtiges Jubiläum. Trotzdem möchte ich diesen Tag nutzen, um einfach mal zu sagen, wie froh ich bin, dass es Menschen gibt, die weit vor mir mit dem Täglichlaufen begonnen haben, die es über dieses Medium veröffentlichen und auch mich daran teilhaben lassen. Ohne dem wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, jeden Tag zu laufen. Mir wäre echt was richtig Gutes im Leben durch die Lappen gegangen.
Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen, mit denen ich im virtuellen Kontakt stehe, recht herzlich bedanken. Es ist schön zu sehen, wie es anderen bei ihrer Lauferei so ergeht, was sie erleben und fühlen und auch umgekehrt, sich hier entsprechend mitzuteilen und auch auszutauschen. Es ist schön, dass es Menschen gibt, die sich auch für meine Lauferei interessieren. Es ist mir wichtig und bedeutet mir viel mehr, als ich es mit Worten sagen kann. Schön, dass es Euch Alle gibt!
Ich möchte es so wie es ist, auf keinen Fall mehr missen in meinem Leben.