Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Es ist wieder Wochenende. Wie häufig an einem Samstag soll es auch heute wieder ein längerer Lauf werden, als die sonst in der Woche üblichen. Ich habe Zeit, bin ausgeruht und freue mich darauf.
Die ganze Woche über konnte ich bei Temperaturen im zweistelligen Plusbereich prima in kurzen Sachen laufen. Das war aber immer am Nachmittag. Nun ist es früh am Morgen. Der Wetterdienst hat eine Wetteränderung angekündigt. Es soll kühler werden und sogar regnen. Der Thermometer auf meinem Balkon zeigt 9 Grad an. Also ziehe ich wieder die lange Laufbekleidung an. Noch ist es trocken, doch dunkle Wolken sind am Himmel zu sehen. Es ist schwer einzuschätzen, ob es regnen wird oder nicht.
Ich laufe los, wie fast immer am See vorbei und nach ca. 3 km noch ein Stück Straße hoch, über eine Eisenbahnbrücke, dann noch die Bundesstraße überqueren und für mich beginnen die Wege in den Feldern. Ich finde es von der Temperatur und der Witterung, die trocken ist und auch für den Rest der Laufes bleibt, sehr angenehm. Die ruhige Geschwindigkeit ist mir genau recht.. Die Felder sind zum großen Teil bereits durchgepflügt. An manchen Stellen wächst zart das erste Gras. Ob schon was anderes gesät wurde, ist für mich nicht zu erkennen.
Ich habe heute keinen bestimmten Weg vor mir. Ich laufe einfache drauf los, mal rechts, mal links, einfach so drauflos, ohne ein bestimmtes Ziel oder eine Strecke im Kopf zu haben. Ich weiß auch nicht, wie lang es heute tatsächlich werden wird. Es ist mir auch egal. Solange es sich so angenehm leicht läuft, muss man ja nicht immer einen vorbestimmten Weg wählen.
Viele Bäume und Sträucher blühen wunderschön, an anderen zeigt sich das noch zarte Grün. Auch die Sonne zeigt sich zwischendurch mal. Noch sind deren Strahlen angenehm warm und ich genieße es.
Immer wieder geht mein Blick über die großen weiten Felder. Wie fruchtbar doch dieses Land hier ist. Ich denke an lange Autofahrten, die jeder von uns schon mal gemacht hat. Da kommt man dauernd an riesengroße Felder vorbei. Überall gibt es bei uns Ackerbau. Hier ist keine Wüste, keine Steppe. Hier regnet es häufig genug, so dass es überall diesen fruchtbaren Boden gibt. Nahrungsnot sollte unter normalen Umständen bei uns so schnell nicht aufkommen.
Doch denkt man an die Ereignisse von Japan, wird schnell klar, dass so ein fruchtbarer Boden sehr schnell unbrauchbar werden kann. Die Vorstellung, dass diese vielen riesigen Flächen irgendwann mal vergiftet oder verstrahlt sein könnten, ist für mich eine Horrorvorstellung. Doch ist mir klar, dass das Leben der Menschheit auf dieser Erde irgendwann so enden könnte. Ich will hoffen, dass ich das nie erleben muss.
Ein Traktor, der auf einem Feld arbeitet, holt mich zurück in die Wirklichkeit. Zur Zeit ist hier alles noch in Ordnung. Es wird alles für eine neue Ernte vorbereitet. Ich mag das gerne. Ich wunder mich, wie locker und leicht ich noch immer laufe. Ich bin bereits weit über eine Stunde unterwegs. Doch es zieht mich nun wieder Richtung Heimat.
Ich genieße die frische Luft, die angenehme Bewegung und freue mich, dass es so gut läuft heute.
Zuhause angekommen sind es am Ende 16,84 km, also fast 17 km. Ich fühle mich noch immer gut und überhaupt nicht müde. Es hätte heute durchaus auch noch etwas länger sein können. Ein gutes Gefühl ist das.