Die vorweihnachtliche Zeit ist meist eine Regenzeit hierzulande. In vielen Jahren wird dem Rhein sein Bett zu klein, wenn es viel regnet.
Regen ist die häufigste Form von Niederschlag und trägt dazu bei, den Wasserkreislauf zu schließen, der für das Leben auf der Erde ein entscheidender Faktor ist. Regen reinigt die Luft und wäscht Staub, Pollen und sonstige Partikel aus. Er löst außerdem Mineralien aus Gestein und Boden, die als Nährstoff für Pflanzen sowie andere Lebensformen dienen.
Ausbleibender Regen führt langfristig zu Dürre und somit zu einer Veränderung des lokalen Klimas, was ebenso Veränderungen bei Fauna und Flora hervorrufen kann.
In den frühen 80er Jahren las ich ein Buch, es hieß "Dritte Welt, dreiviertel der Welt". Schon der Titel, so fand ich nicht nur damals, ist der Hammer. Doch auch der Inhalt lesenswert und sehr interessant. Ein Grund für die Armut in anderen Regionen unseres Planeten hat mit den klimatischen Bedingungen zu tun. Dort, wo es gar nicht oder nur sehr selten regnet, ist der Boden ausgetrocknet, hat keine Nährstoffe, ist nicht fruchtbar. Das ist im mitteleuropäischen Raum nicht der Fall. Hier kann man zur rechten Jahreszeit fast überall, wo der Boden nicht gerade versiegelt ist, z. B. eine Kartoffel oder ein Samenkorn in die Erde stecken. Man stellt schnell fest, wie fruchtbar dieser Boden doch ist. Doch er ist es vor allem deshalb, weil es regelmäßig angemessen regnet. Der Regen ist eine wichtige Voraussetzung für unser Leben. Es gibt genügend Nahrung und auch Wasser. Es mangelt daran nicht. Ohne Regen würde es auch hier anders aussehen.
Wenn ich laufen gehe, ist es mir mittlerweile egal, ob es regnet oder nicht. Ich kann es eh nicht ändern und nehme es so hin, wie es eben ist. Bei Regenwetter zu laufen, von Kopf bis Fuß patschnaß zu werden, dabei nicht zu frieren, sondern sich pudelwohl zu fühlen, ist etwas Schönes. Es sollte jeder wirklich mal ausprobieren. Wenn man sich dann noch den Nutzen und die Wirkung von Regen für die Natur durch den Kopf gehen läßt, freut man sich sogar über den Regen.
Ich laufe nun schon 250 Tage jeden Tag. Ich beobachte die Natur intensiver, sehe genauer hin. Im Moment gibt es nicht ganz so viel zu sehen. Das Laub ist von den Bäumen gefallen, alles ist kahl und recht farblos. Doch was nun vom Himmel fällt ist die Basis von dem, was wir im Frühling, Sommer und Herbst wieder so lieben werden, wenn alles wieder kraftvoll grün und bunt sprießen wird. Meinen Gedanken zum Trotz hat es heute den ganzen Tag über geregnet. Nur als ich meine Laufschuhe schnürte und ein halbes Stündchen meine Runde drehte, da schien doch glatt die Sonne.