Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Lange nichts geschrieben hier. Höchste Zeit das zu ändern also.
Es geht mir gut. Ich war immerzu läuferisch unterwegs fast jeden Tag.
Ich war aber auch am Pfingstwochenende in Düsseldorf und konnte dort an zwei Tagen Udo Lindenberg bewundern mit seiner super tollen Show. Er hat es wieder einmal geschafft, mich mitzunehmen auf seiner Sternenreise durchs All, hat mich mitgenommen in andere Sphären und ich war und bin noch immer hin und weg.
Es war eine gigantisch gute Show, dessen Eindrücke noch immer in mir sind. Dauernd summe ich irgendein Lied, habe irgendeine Szene der Show im Kopf und bin noch nicht wirklich wieder auf der Erde gelandet.
Läuferisch gibt es das ständige Auf und Ab, dass es manchmal eben leicht und locker läuft, so wie wir Läufer das lieben und dann auch wieder nicht so leicht, sondern eher schwer. Ich nehme das gelassen hin. Ich laufe nicht für irgendwen oder irgendwas, muss niemanden was beweisen, will einfach nur meinen Spaß haben und weiß, dass Laufen für meine Gesundheit kein unwesentlicher Faktor ist. Ich erfreue mich an den guten Tagen, wenn es von alleine läuft und nehme die weniger guten Tage hin, laufe eben langsamer und weiß, dass es irgendwann auch wieder richtig aufwärts gehen wird bei mir und die angenehmeren Tage dauerhaft die Oberhand gewinnen werden.
Es ist aber immer wieder schön, beim Laufen in die eigene Gedankenwelt abzutauchen. Fast immer habe ich irgendein Lied in meinem Ohr von "Gerhard Gösebrecht" oder "Sternenreise" oder "Odyssee" oder "Honkytonky-Show" oder....
Heute allerdings hat sich ein weiteres Lied in meinen Kopf geschlichen, was ein sehr gutes, aber aufgrund der unangenehmen Thematik nicht unbedingt mein liebstes ist.
Ich befand mich heute morgen auf den letzten Metern meines Laufes, war im Wald. Da hörte ich einen Mann sehr laut rumschreien. Als ich näher kam, bekam ich mit, dass er seinen kleinen Hund fürchterlich anschrie und anmachte. Als ich schließlich an ihm vorbei lief, hörte ich nur noch, wie er zu seinem Hund sagte: "... wenn Du nicht hörst, dann hau ich Dir dermaßen eine rein, da hätte der Führer seine wahre Freude dran..."
Mir stockte der Atem, ich war geschockt, mir lief es eiskalt den Rücken runter. So ein blöder Nazi mitten in meinem Wald, auf meiner Laufstrecke, macht seinen kleinen Hund fürchterlich an und gibt Sachen von sich, die man gar nicht glauben kann, obwohl man sie doch hört. Nein, sie brauchen heute wirklich keinen Führer mehr und nun geht mir dieses Geschehen und auch das Lied nicht mehr aus dem Kopf.
Es ist traurig, dass es sowas tatsächlich heute noch gibt und das mitten im Wald einfach so.
Man verdrängt dieses Thema doch all zu gerne, weil es sehr unangenehm ist, weil man sich so hilflos fühlt, wenn man doch damit konfrontiert wird.