Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Es ist Wochenende.
Ich stehe heute nicht ganz so früh auf, aber auch nicht wirklich spät.
Ich mache mich gleich nach dem Frühstück zum Laufen bereit, ziehe meine mir liebsten Laufsachen an, packe noch ein paar Sachen in eine Tasche und laufe nicht los, nein, heute fahre ich mal ein Stück, bevor ich loslaufe.
Am Tatort angekommen ist da schon viel los.
Laute Musik, viele, viele Menschen, manche auf Inlinern, manche sogar mit Handbikes, aber die meisten natürlich mit läuferischen Absichten.
Das Wetter ist super zum Laufen. Die Sonne scheint schon früh hoch am Himmel und schickt recht warme Strahlen zur Erde herunter. Doch da sind auch immer wieder Wolken, die für angenehme Abkühlung sorgen, wenn sie sich vor die Sonne schieben.
Dann geht es irgendwann endlich los.
Ein Schuss, ein Knall, mehrere tausend Menschen schieben sich bis zur Startlinie und dann geht es wirklich los.
Ich habe mich bewußt an das Ende des großen Läuferwurms begeben. Bin ja nun alles andere als schnell unterwegs.
Lasse die Anderen lieber schnell vorlaufen und trabe gemütlich meines Weges.
Ich laufe durch die Straßen, die mir häufig sehr bekannt sind.
Es sind die Straßen meiner Stadt.
Heute kann man hier und jetzt mitten drauf laufen.
Autos müssen heute warten, bis der riesige Läuferwurm ein Ende nimmt.
Man muss auf keine rote Ampel achten, Polizisten und Ordnungshüter halten den Weg für uns Läufer frei und viele Menschen stehen an den Straßenrändern.
Manche sind auch in der Wohnung, haben das Fenster auf und gucken, was sich da so tut auf ihrer Straße.
An manchen Ecken ist richtig Rambazamba mit lauter Musik und Menschen die feiern.
Ganze Hausgemeinschaften, ja sogar ganze Straßen machen ein Fest aus dem heutigen Tag.
Sie klatschen aufmunternd, wenn man an ihnen vorbeiläuft. Manche sagen auch was Nettes.
So ist es eine schöne angenehme Stimmung, während ich durch die Straßen meiner Heimatstadt laufe.
Es läuft ganz gut bei mir. Manchmal, wenn die Sonne rauskommt, ist es recht warm.
Doch es dauert nicht lange und schon schiebt sich wieder eine Wolke davor. So läßt es sich aushalten.
Meine Uhr beachte ich während meines Laufes keines Blickes.
Ich laufe nach Gefühl und das ist heute ganz gut.
Da ist keine Müdigkeit in mir, kein Zipp und kein Zapp. Lediglich mein Gesäßmuskel, der ja schon seit vielen Monaten ein wenig meckert, meldet sich bei km 9 erst leise, dann lauter werdend zu Worte. Aber dennoch laufe ich weiter, freue mich über jeden Meter, über die vielen freundlichen Menschen am Straßenrand und nähere mich dem Ziel.
Am Ende überhole ich noch einige, die sich scheinbar übernommen haben.
Ich laufe und habe meinen Spaß daran.
Am Ende führt die Runde in die Schauinsland-Arena, wo normalerweise der MSV Duisburg seine Fußballspiele austrägt.
Heute aber nicht, heute haben sich auch hier die vielen Läufer bereit gemacht.
Es ist ein schönes Gefühl, durch das große Marathontor durchzulaufen und in diese schöne Arena zu kommen.
Nur noch wenige Meter und dann ist es geschafft.
Ich bin im Ziel und bin zufrieden mit mir.
Jemand gibt mir eine Medaille, ein anderer eine Rose und noch ein anderer hängt mir eine Plastiktüte um, damit mir nicht kalt wird. Um mich herum liegen sich Menschen in den Armen, freuen sich, über das Erreichte.
Ich bin allein, keiner nimmt wirklich Notiz von mir. Mal wieder ein Moment, wo das Alleinsein unter vielen Menschen bitter schmeckt.
Naja, es gibt noch reichlich zu trinken, Banane zum Essen und auch noch ein T-Shirt.
Brauch man das Alles?
Nicht wirklich.
Aber Spaß hat es dennoch gemacht.