Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Es ist Samstag morgen, es ist Wochenende, so kurz nach sieben Uhr. Ich sehe aus dem Fenster. Es ist dunkel und es regnet. Das sieht nicht gerade einladend aus. Aber trotzdem ist die Zeit längst reif, um die Läufe am Wochenende langsam aber stetig wieder auszubauen.
Als ich endlich aus dem Hause gehe, ist es noch immer dunkel da draußen. Die tief hängenden Wolken, aus denen ohne Pause ständig der Nieselregen herunterregnet, gibt dem Trüben noch seins dazu. Es wird heute mein erster längerer Lauf seit vielen Wochen sein. Ich bin mir überhaupt nicht sicher, wo ich stehe, ob ich das, was ich mir für heute vorgenommen habe, schaffe, gar gut schaffe oder nur so mit Ach und Krach. Ich trabe bewußt langsam und locker los. Ich habe ja beim Laufen eigentlich nie die Eile. Ich laufe ja, um zu entspannen und um mich wohlzu fühlen.
Die ersten Schritte fühlen sich kalt an. Der Regen ist halb so wild. Er fällt sanft und leicht vom Himmel und stört mich nicht. Ich bin warm angezogen mit Mütze und Handschuhen bei Temperaturen so um die 1 - 2 Grad. Um mich herum ist Nebel. Kein dichter, man kann schon weit mehr als nur die Hand vor Augen sehen. Und doch als ich am See ankomme, kann ich den See mehr nur ahnen als tatsächlich sehen. Dazu ist der Tag noch immer nicht aus seinem Schlaf erwacht. Es wirkt alles so trübe, aber auch friedlich und ruhig. Es sind tatsächlich schon einige Menschen unterwegs, nicht nur die mit ihren Hunden, nein tatsächlich schon Walker und Läufer. Keiner von denen hat es eilig. Alle traben gemütlich vor sich her und mir ist längst nicht mehr kalt.
Dann geht es fort vom See und hoch zu den Feldwegen. Es regnet noch immer pausenlos vom Himmel und mittlerweile laufe ich recht einsam meines Weges. Meine Gedanken schweifen ab. Die Felder sind leer und weit und unendlich groß. An manchen Stellen riecht es ein wenig vermodert. Da ist das Leben drin. Dann kommt ein Stück Straße, wo einige Autos nur so an mir vorbeibrausen. Die Straße ist nicht breit und mir ist das schnelle Vorbeibrausen doch sehr unangenehm. Es sind nicht viele Autos und bald schon lasse ich dieses Stück hinter mir. Ich achte stets darauf, bloß nicht in einem zu schnellen Schritt zu verfallen, höre immer wieder auf meinem Atem und bin froh, dass ich im ruhigen angenehmen Tempo daherlaufe. Es fühlt sich gut an, teilweise fast wie im Traum. Es sind kaum Geräusche zu hören, nur meine Schritte. Da gehen die Gedanken gerne auf ferne Reisen. So ist es mir recht. Die Beine laufen locker und leicht, die Gedanken sind weit weg und ich fühle mich wohl. Es ist ein schönes Laufen, so wie ich da lang trabe.
Zu lang soll mein heutiger Lauf aber auch nicht werden. Ich kehre zum See zurück und fühle mich noch immer gut. Nun ist es nicht mehr weit und ich bin wieder Zuhause. Es hat die ganze Zeit nicht ein einziges Mal aufgehört zu regnen. Nach gut zwei Stunden ist es daher gut, dass dieser Lauf nun sein Ende findet. Mit 16,4 km ist ein guter Anfang für dieses Jahr gemacht.