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Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?

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Eine Stadt im Ausnahmezustand

Die Love-Parade in Duisburg. Techno-Musik ist nicht mein Ding und Massenveranstaltungen in dieser Dimension auch nicht. In der vergangenen Woche konnte man immer mehr die Vorbereitungen beobachten. Unzählige Dixi-WCs an jeder Ecke, Absperrgitter stehen für ihren Einsatz bereit, das Güterbahnhof ist schon längst mit Gittern von den Gleisen des nahen Bahnhofes und der A 59 auf der anderen Seite abgesperrt. Bühnen, Zelte und andere Dinge werden aufgebaut.  Am Freitag verstärkte sich massiv die Polizeipräsenz. In der Innenstadt würde schon bald weiträumig kein Auto und kein Bus mehr fahren können.

Gestern habe ich bereits am Mittag die ersten Bilder von feierenden Menschen gesehen.

Später dann die fürchterliche Meldung über die Massenpanik mit viel zu vielen Toten und Verletzten. Das friedliche Fest endete in einer riesengroßen Tragödie. Die Bilder, die man zu sehen bekam, waren  und sind fürchterlich. Ich bin geschockt, traurig, wütend, entsetzt. Wie konnte es dazu nur kommen? Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen der Toten, den Verletzten und all denen, die es tatsächlich miterleben mussten. Ich empfinde tiefe Trauer!

War das Sicherheitskonzept Schuld, der Veranstalter, die Stadt Duisburg, die Polizei? ich bin überzeugt, dass jeder bei den Vorbereitungen sein Bestes gegeben hat, um solche Ereignisse zu vermeiden. Doch Menschen sind fehlbar! Klar, es muss Verantwortliche geben. Es ist gut, dass die Staatsanwaltschaft sich der Sache angenommen hat. Vermutlich ist eine Stadt wie Duisburg schon alleine von der Örtlichkeit her für solch eine Massenveranstaltung nicht geeignet. Auf einem Platz, wo angeblich ca. 500.000 Menschen Platz finden und tatsächlich die fast dreifache Menge erwartet wird, kann dafür nicht geeignet sein.

Morgen ist wieder Alltag. Ich muss wieder in mein Büro, das in dem Hochhaus direkt am Bahnhof ist. Ich werde wieder auf das Veranstaltungsgelände sehen und auf andere Orte, die mich noch lange an dieses fürchterliche Ereignis erinnern werden. Mir fehlen für mehr derzeit noch die Worte. Das Passierte ist so schrecklich!

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T
<br /> Also von einer „Organisation“ war da nicht viel zu sehen. Natürlich machen Menschen Fehler, aber es gibt Fehler, die nicht passieren dürfen. Schon gar nicht, wenn adäquate Stellen wie Polizei<br /> etc.<br /> darauf VORHER hinweisen. Und wie dumm muß man sein, darauf nicht zu reagieren?<br /> <br /> Die Verantwortlichen stellen sich hin und sagen, „das Sicherheitskonzept war ausreichend“ – ausreichend = 20 Tote. Diese Abgebrühtheit und Ignoranz macht mich sprachlos.<br /> <br /> Alles Gute,<br /> <br /> Marcus<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die Menschen, die sich um die ganze Loveparade in Duisburg gekümmert haben, ihr Bestes gegeben haben. Es sind auf jeden Fall gravierende Fehler gemacht<br /> worden. Der aus meiner Sicht gravierenste ist die Entscheidung, so etwas in Duisburg überhaupt stattfinden zu lassen. Doch mancher will viel zu viel und fällt so was von auf die Nase. Statt<br /> Imagegewinn liegt eine ganze Stadt nun auf dem Boden, Menschen sind zu Tode gekommen und viele liegen noch immer verletzt in den Krankenhäusern. Eine ganze Stadt und ihre Bewohner sind<br /> traumatisiert. Das ist das Schlimmste, was überhaupt passieren konnte. Ich hatte, als alles immer mehr aufgebaut wurde letzte Woche, kein gutes Gefühl, viele andere Kollegen ging es ähnlich.<br /> Leider hat sich unser ungutes Gefühl bewahrheitet.<br /> <br /> <br /> Der OB will sich der Verantwortung stellen und solange in seinem Amt bleiben. Er sagt, er will nicht feige davon laufen. Mir wäre wohler, er würde sofort gehen und sein Dezernent gleich mit. Doch<br /> was nützt das ganze Hätte, Wenn und Aber. Die Situation ist grauenhaft und das Nachvorne-Sehen fast nicht möglich.<br /> <br /> <br /> Gruß<br /> <br /> <br /> Kornelia<br /> <br /> <br /> <br />
I
<br /> Hallo Kornelia,<br /> das ganze Geschehen ist unfassbar.<br /> Berlin und Hamburg, da gehört die LP hin, aber in D. doch nicht.<br /> Kann mir vorstellen, mit was für gemischten Gefühlen Du heute in den Dienst gegangen bist.<br /> Ich umärmel Dich.<br /> Liebe Grüße<br /> Erika<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Hallo Erika,<br /> <br /> <br /> es ist nicht schön zu erleben, wie eine ganze Stadt moralisch am Boden liegt, die Bewohner und auch die Mitarbeiter. Mittlerweile gehen zahlreiche wütende Emails ein und in Publikumsämtern gibt<br /> es wüste Beschimpfungen. Was können diese Mitarbeiter denn dafür?<br /> <br /> <br /> Du hast recht, nach Duisburg gehörte die LP niemals hin. Dafür sind die Örtlichkeiten einfach nicht geeignet. Es ist schlimm, dass man so eine Tragödie brauchte, um auch die Verantwortlichen<br /> davon zu überzeugen.<br /> <br /> <br /> Gruß<br /> <br /> <br /> Kornelia<br /> <br /> <br /> <br />
P
<br /> Hi Kornelia,<br /> ich war gestern ebenso betroffen, als ich davon hörte - und mein erster Gedanke war: Wie kann man so eine riesige Veranstaltung in einer solch relativ kleinen Stadt machen? Bei der Love Parade ist<br /> ja sogar vor Jahren Berlin fast aus den Nähten geplatz.<br /> Es ist tragisch und ich empfinde tiefe Trauer mit den Hinterbliebenen.<br /> Viele liebe Grüße<br /> Petra<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Hallo Petra,<br /> <br /> <br /> ich hatte heute das Gefühl, dass wirklich die ganze Stadt sehr erschüttert ist von den Ereignissen. Im Kollegenkreis wurde sehr viel darüber gesprochen. Da waren Ratlosigkeit, Wut und Trauer zu<br /> spüren.<br /> <br /> <br /> Vor allem die Oberen der Stadt strebten nach Höherem und wollten mit aller Gewalt diese Love-Parade mit unzähligen Besuchern. Man hätte es  eine ganze Nummer kleiner machen können oder es<br /> eben ganz lassen sollen. Nun ist es zu diesen fürchterlichen Ereignissen gekommen. Sobald die Staatsanwaltschaft mit ihren Ermittlungen zum Ende kommt, gehe ich davon aus, dass es vor allem<br /> personelle Konsequenzen geben wird, die auch sehr nötig sind. Doch nützt das den Opfern leider überhaupt gar nichts.<br /> <br /> <br /> Schade, dass ein fröhliches Fest so enden musste.<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße<br /> <br /> <br /> Kornelia<br /> <br /> <br /> <br />