Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Guter Rat
An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen deine Sorgen
Wie Nebel von dir ab.
Des Himmels heitere Bläue
Lacht dir ins Herz hinein,
und schließt, wie Gottes Treue,
Mit seinem Dach dich ein.
Rings Blüten nur und Triebe
Und Halme von Segen schwer,
Dir ist, als zöge die Liebe
Des Weges nebenher.
So heimisch alles klinget
Als wir im Vaterhaus,
Und über die Lerchen schwinget
Die Seele sich hinaus.
Theodor Fontane
Mein Lachen ist noch nicht wieder da. Zu schwer wiegt das, was am Wochenende geschehen ist. Die Tageszeitung ist nach wie vor voll mit Berichten davon und auch im TV kommt man an diesem Thema nicht vorbei. Kollegen der Stadt werden von Bürgern beschimpft, es gehen wütende Emails ein. Es ist nicht einfach, unbeschwert und fröhlich in diesen Tagen Bürger dieser Stadt und Mitarbeiterin dieser Verwaltung zu sein.
Sogar der Himmel weint derzeit viele, viele Tränen. Für mich sind es willkommene Tränen. Die Natur hat sie dringend nötig. Und sieht man genauer hin, glaubt man ein kleines Wunder zu sehen. Wiesen, die noch vor wenigen Tagen braun und ausgemergelt da lagen, als wären sie nicht mehr zu retten, zeigen nun neues zartes Grün. Es ist für mich wie ein kleines Wunder. Vielleicht auch ein Zeichen, dass man die Hoffnung niemals aufgeben darf?
Am Montag bin ich bereits wieder einmal nass geworden von Kopf bis Fuß. Mein Shirt schlabberte völlig durchnäßt nur so an meinem Körper. Auch heute hatte ich wieder so einen angenehmen Regenlauf. Es goß wie aus Eimern, schnell bildeten sich überall Pfützen auf den Wegen. Ich war heute ganz alleine auf meinem Weg. Obwohl es früher Nachmittag war, war kein Mensch weit und breit zu sehen. Dafür gesellten sich Unmengen von Mücken auf meinem Weg. Viele Wochen waren sie nicht zu sehen und nun auf einmal sind sie in Scharen da. Atmen auch sie auf, dass die große Hitze und auch die Dürre ein Ende hat?
Unterwegs waren meine Gedanken doch immer wieder bei dem einen alles dominierenden Thema. Wie geht es nun weiter mit dieser Stadt? Seit ich bei ihr beschäftigt bin, seit 1977 geht es immer nur nach unten. Bisher waren es immer große und noch größer werdende Finanznöte. Nun liegt sie auch noch demoralisiert und traumatisiert am Boden. Doch sehe ich wieder zu den Wiesen hin und sehe ihr erstes zartes neues Grün, denke ich, vielleicht passiert es ähnlich mit dieser Stadt? Die Menschen, die hier wohnen und arbeiten hätten es verdient. Es kann einfach nicht immer nur abwärts gehen. Irgendwann muss der Tiefpunkt da sein, wo es nur noch einen Weg geben kann, nämlich den nach oben. Wichtig wären hierfür neue Köpfe, vielleicht bescheidenere als die vorherigen. Ich hoffe, die jetzigen sehen das nun ganz schnell ein und machen den Weg frei für eine neue Zukunft. Das, was Fürchterliches geschehen ist, darf man nie wieder vergessen und das wird sicher auch keiner. Und doch muss man nach vorne sehen und versuchen, den Kopf dabei nicht hängen zu lassen.