Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Wer hätte das gedacht, dass es tatsächlich noch einmal sommerlich werden würde. Nun ist es wirklich so. Die Sonne scheint den ganzen Tag schon, der Himmel ist blau, keine Wolke ist zu sehen und mit 24 Grad ist es schon wieder ganz schön warm geworden. Nach den doch zuletzt sehr kühlen Tagen eine Wohltat, wie ich finde.
So, wie jeden Tag, laufe ich natürlich auch heute wieder mein kleines Ründchen. In der Woche ist es meistens nur ein kleines Ründchen, aber ein sehr feines. Es ist eines, was mir mehr Kraft gibt, als es von mir nimmt. Manchmal scheint es mir wie eine Art Jungbrunnen zu sein. An manchen Tagen tauche ich müde und kraftlos hinein in mein kleines Läuferründchen und komme munter und kraftvoll da wieder heraus. Ich habe meine große Portion Sauerstoff getankt, mit dem Schweiße am ganzen Körper Stress und Hektik von mir weggespült. Der Lärm einer Großstadt, der mich den ganzen Tag über andröhnt, wurde durch die Ruhe und Stille der Natur ersetzt. Anstelle von Beton sehen die Augen grüne Wiesen, Bäumer und Sträucher, den See, den Weg, nicht zu vergessen die Wasservögel usw und auch die Nase bekommt ihren Anteil ab. Der Kopf muss nicht denken, die Gedanken gehen ihren eigenen Weg, können jeden Tag ein bißchen auf Reisen gehen. Manchmal ist es, als würde ich gar nicht an Ort und Stelle sein, sondern fast wie durchs Jenseits schweben.
Es ist in der Woche wie bereits erwähnt zumeist eine kleine Runde, die meine Lebensgeister wieder neu erweckt. Sie powert mich nicht aus, nein, sie gibt mir viel, vor allem Kraft. Es ist schwer, dieses in Worte zu fassen. Es wird vermutlich auch nur der verstehen, der es selber erlebt (hat). Ich weiß schon gar nicht mehr, ob man das so nur erlebt, wenn man täglich läuft. Als ich noch nicht täglich gelaufen bin, waren meine Laufrunden fast immer größer und länger. Unter einer Stunde ging so eine Laufrunde gar nicht. Und wenn man anschließend nicht wenigstens ein bißchen geschafft war, war es wohl noch immer nicht genug oder auch evtl. zu langsam. Nun laufe ich seit 538 Tagen jeden Tag. Mein tägliches Ründchen ist nun meist klein aber fein. Ich laufe langsam, schnell geht eh nicht. Es macht mich groß und stark. Ich fühle mich gut.
Letzten Sonntag früh so gegen 8.00 Uhr habe ich unterwegs sogar einen Fuchs gesehen. Es war nicht nah sondern ich schätze mal vielleicht 50 m von mir entfernt, als so ein rotes Tier aus dem Gestrüpp sprang. Es hatte große spitze Ohren und einen buschigen Schwanz. Es lief wie ein Hund, wie ein kleiner Hund und war nur ganz kurz auf dem Wege, um dann gleich wieder im Gestrüpp zu verschwinden. Für mich ein Erlebnis, was mich für den Rest des Tages beglückte. Es war ja nur ein kurzer Moment. Doch auch am nächsten Tag, als ich meiner Kollegin davon erzählte, war es wieder da, das beglückende Gefühl. So ein Läuferleben, so ein Täglich-Läuferleben kann einem verdammt viel bieten. Man muss seine Sinne dafür frei machen. Ist alles andere als schwer.