Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Sechs Wochen liegt mein letzter langer Lauf in heimatlichen Gefilden zurück. Dazwischen liegen u. a. die 42,4 km in Breitscheid und der schwere 24,4 km-Lauf am Nürburgring. Ich habe mich schon seit einigen Tagen auf heute gefreut. Früh am morgen, es war draußen noch dunkel und auch mit 10 Grad recht kalt. Der Wetterdienst hat Regen angesagt, am Himmel waren Wolken zu sehen. So zog ich dann doch das langärmelige Shirt an, aber das ganz dünne und eine 3/4 lange Hose. Gerne hätte ich heute auch mal meinen Fotoapparat mitgenommen. Aber ich konnte dem Himmel nicht ansehen, ob er Nasses über mein Haupt schütten würde oder nicht. So ließ ich die Kamera doch lieber Zuhause.
Es ging mal wieder am See lang, ein Stück weiter die Eisenbahnbrücke hoch. Hier hoch zu laufen finde ich nach wie vor ziemlich beschwerlich, gehört aber eben auch dazu. Nach ca. 4 km bin ich endlich in den Feldern. 6 Wochen lang war ich nicht hier und nun endlich doch wieder. Hier ist es sofort ein wenig frischer als unten am See. Ich bin froh, etwas langärmeliges anzuhaben. Die Felder sind längst abgeerntet und sehen recht struppig aus. Hier und da wurde schon gepflügt an anderer Stelle steht hoch der Mais. Wo ich so da lang lief dachte ich mir, es fühlt sich gar nicht wie September an sondern schon viel mehr fast wie November. diese feuchte kühle Luft, die Bäume die ihr Laub nun allmählich verlieren. Deren Blätter verfärben sich schon leicht. Der Wind hat für heute eine Pause eingelegt. Ich bin froh darum. Mir fällt das Laufen leicht, die Beine gehen locker flockig und gut. Die Strecke ist sehr eben und schön zu laufen. Der größte Teil meiner Strecke ist Asphalt. Auf der Wiese sehe ich Pferde grasen, ein Stück weiter Kühe. Unter einem Kastanienbaum liegen viele bereits heruntergefallene Kastanien. Es sind einige Menschen bereits unterwegs, die meisten mit Hunden, aber auch einige Läufer begegnen mir, stets freundlich grüßend, wenn man aneinander vorbeiläuft.
Im Lauersforter Wald mache ich heute meine zweite kleine Trinkpause. Da stehen häufig wirklich nicht zu übersehende Hinweisschilder "Ruhezone für Wildtiere" oder so ähnlich. Genau an solch einer Stelle kommt doch duch das Gestrüpp ein Mann mit einer nicht angeleinten großen Dogge an. Ich dachte wirklich, ich sehe nicht richtig. Wie dreist manche sind. Die Schilder sind teils sogar mit Bildern von Tieren, die dort Schutz finden sollen und manche gehen da trotzdem einfach noch mit großen nicht angeleinten Hunden lang. Das darf doch wohl nicht wahr sein!
Ich setze meinen Lauf fort. Ich spüre, wie ich heute deutlich besser mit dieser Strecke zurecht komme als noch vor ein paar Monaten. Vor allem das ebene Geläuf weiß ich heute ganz anders zu schätzen als die vielen Male zuvor. Ja, hier ist meine Heimat, hier bin ich geboren, aufgewachsen und hier habe ich so manches schon erlebt. Oft bin ich hier auch gelaufen, meist viele lange Km-Läufe. Mal ab und zu was anderes sehen, ist schön. Es gibt viele schöne Ecken gar nicht so weit weg von hier. Aber Heimat ist doch was ganz anderes. Das weiß man erst richtig zu schätzen, wenn man halt ein paarmal woanders war.
Als ich den Wald hinter mir lasse, scheint mir die Sonne ins Gesicht. Sie ist angenehm warm. Jetzt hätte ich doch gerne mein Kurzärmeliges an. Ich genieße die Sonnenstrahlen. Noch vor nicht allzu lange Zeit, wäre es mir zu warm gewesen. Die Zeit rast nur so an uns vorbei. Im Schatten ist das Langärmelige mir dann doch wieder recht.
Es geht nochmal ein wenig beschwerlich die Eisenbahnbrücke hoch, dann den See entlang und schon bin ich auch wieder Zuhause, diesmal längst nicht so abgekämpft wie noch vor 2 - 3 Monaten. Es macht Spaß zu spüren, wie man sich läuferisch weiter entwickelt.