Heute stand ein langer Lauf auf meinem Programm. Als ich heute früh so gegen 7.30 Uhr das Thermometer betrachtete, zeigte es lausige 12 Grad an auf dem Balkon. Ein Stück weiter würde es sicher noch kälter sein. Es war auch noch nicht richtig hell, also erledigte ich zunächst einige Hausarbeiten. Doch so gegen 8.00 Uhr sah ich die Sonne, den blauen Himmel, das Thermometer bewegte sich ganz allmählich ein wenig höher. Nun konnte mich nichts mehr halten. Ich machte mich bereit für mein heutiges Vorhaben und dann lief ich auch schon los.
Der erste Schritt aus dem Haus war schon recht kühl, ich hatte wieder mal kurze Sachen an. Aber ich lief nun tatsächlich los und wußte, dass meine innere Heizung schon recht schnell auf Hochtouren laufen würde.
Als ich am Töppersee ankam, floss der Schweiß schon von meiner Stirne. Der See sah unglaublich schön aus, wie er ruhig da lag und ich weiß nicht, war es Dampf, der vom Wasser empor stieg oder eine zarte Nebelschicht? Jedenfalls eine ganz dünne Schleierwolke, gleich einem milchig bis durchsichtigem Tuch lag da drüber. Dazwischen spiegelten sich die Bäume von der anderen Uferseite. Ein atemberaubender Anblick, der mich fast schon nötigte, einen Augenblick stehen zu bleiben. Doch ich lief weiter, immer wieder ging mein Blick zu diesem unglaublich schönen Naturschauspiel. Dann bog ich ab hoch zur Eisenbahnbrücke, überquerte die B 57 und wählte heute links herum meinen Weg.
Die schon abgeernteten Felder zeigten nun, dass sie mit Gründünger bewirtschaftet werden. Hatte ich vor einigen Jahren auch in meinem Garten gemacht. Freut mich zu sehen, dass die Bauern auf diese Weise dem Boden einen Teil zurückgeben, was sie ihm mit ihrer vorherigen Bewirtschaftung genommen haben.
Ich sah aber dennoch einige wenige Maisfelder, es sind doch noch welche da. Mal sehen wie lange noch? Mein Weg ging ein wenig kreuz und quer durch die Felder Richtung Süd Süd-West. Den Lauersforter Wald ließ ich heute rechts von mir liegen, lief durch Vennikel, einem Ortsteil von Moers. Ich überquerte eine Hauptverkehrsstraße und war nun in Traar, einem Ortsteil von Krefeld. Hier liegt alles dicht beisammen, Duisburg, Moers und Krefeld sind nur wenige Meter voneinander getrennt. Und doch überwiegt hier das Grün, Naherholungsgebiete und Landwirtschaft. Ich suchte den Elfrather See auf, der dieses Jahr durch schlechte Wasserqualität in die Schlagzeilen geriet. Doch ich wollte ja nicht baden, sondern dort laufen. Ich war schon lange nicht mehr hier und es hat sich einiges verändert. Der See ist doppelt so groß wie früher und alte Wege habe ich gar nicht mehr gefunden. Ich lief etwas wirr dort herum, bis ich endlich am See ankam. Hier sollte die Hälfte meiner heutigen Strecke sein. Ich hatte dennoch etwas Probleme mit der Orientierung. Es sah so anders alles hier aus. Ich orientierte mich schließlich ein wenig an der Sonne und fand so den Weg zurück. Er führte noch gut 1 1/2 km am See entlang, dessen Wege mit Steinplatten gepflastert war. Dann überquerte ich schon wieder die Hauptstraße, lief durch Vennikel und schließlich durch den Lauersforter Wald. Auch hier war ich schon ewig nicht mehr lang gelaufen. Doch ich kannte mich noch recht gut aus hier. Allmählich spürte ich jedoch meine Beine, dabei hatte ich gerade erst mal ca. 13 km geschafft. Ich wollte nicht wieder so kaputt enden, wie beim letzten langen Lauf und nahm das Tempo deutlich zurück. Ich näherte mich dem Terrain, was ich in diesem Jahr schon häufig durchlaufen hatte. Immer schön langsam und gemächlich trabte ich durch die asphaltierten Feldwege meinen Weg. Die Sonne schien und wärmte mich mittlerweile mehr, als mir lieb war. Es war aber noch gut auszuhalten. Nicht eine Wolke war am Himmel zu sehen. Teilweise blendete sie mich jedoch auch, da sie nicht ganz so hoch stand. Es gab noch einmal eine Trinkpause, in der ich ein kleines Stück ging statt lief. Trinken und Laufen gleichzeitig beherrsche ich nämlich nicht.
Ich überquerte wieder die B 57, lief die Eisenbahnbrücke hoch, die im gemächlichem Tempo längst nicht so anstrengend war, wie sonst. Am See war noch gar nicht so viel los, wie ich dachte. Längst nicht so viele Walker und Jogger. Dabei war das Wetter doch so einladend dafür. Mittlerweile war die dünne Schleierwolke oder was es auch immer war fort. Die Wasservögel waren um so munterer. Ich sah sie kaum, hörte sie aber von überall her. Ich mag deren Gegackere gerne.
So, nun nur noch ein Stück die Straße hoch, einmal links, später noch einmal rechts und schließlich müde, aber nicht so kaputt wie vor drei Wochen wohlbehalten Zuhause angekommen. Konnte 21,9 km in 168,15 Min feststellen, am Ende doch etwas mehr als ich vorher dachte. Ich bin zufrieden, die Strecke doch ganz gut geschafft zu haben.