Schon seit Tagen habe ich mich auf den heutigen Samstag gefreut, wo ich endlich wieder zu den Rheinwiesen laufen wollte. Es ist schon früh sonnig und mit 16 Grad sehr angenehm zum Laufen. Gegen 7.30 Uhr ging ich aus dem Haus und lief los.
Erst ein Stück die Straße hoch, die um diese Uhrzeit noch recht ruhig ist. Dann wurde es am Kruppsee entlang noch ruhiger. Mir begegnete kein einziger Mensch dort. Die Ruhe war unbeschreiblich. Als ich vom See hoch lief, war ich schon fast in den Rheinwiesen. Nur noch ein Stückchen durch die Felder, eine Straße überqueren und da waren die Rheinwiesen. Schon von weitem konnte ich sehen, wie dieses Naturschutzgebiet von einem zarten Nebelschleier eingedeckt war. Ein wirklich schöner Anblick. Als mein Körper in dieses Gebiet einlief, spürte ich die kühle Feuchte auf der Haut, da ich in kurzen Sachen unterwegs war. Es war mir nicht unangenehm, doch wäre ich nicht gelaufen, hätte ich ohne Jacke nicht sein wollen. An den schon sehr gelblichen Maisfeldern kann man das Voranschreiten der Zeit erkennen. Kurz dahinter beginnt normalerweise die Roos. Doch da wo sonst Wasser ist, war nun ein leeres Wasserbett. Kein Tropfen ist mehr drin, als weg gedunstet, keine Wasservögel weit und breit zu sehen. Das sah doch vor zwei Wochen noch ganz anders aus hier. In der Zeitung stand dieser Tage, dass sie vorsorglich die Fische dort herausgeholt hatten, weil der Wasserspiegel täglich mehr sank.
Ich dachte an die Zeit des Hochwassers. Wenn es richtig hoch ist, kann man hier gar nicht lang gehen oder laufen, weil alles überschwemmt ist. Nun hat die Roos kein Wasser mehr. Auch dem Rhein sieht man den Wassermangel an. Richtige kleine Sandstrände konnte man auf der anderen Rheinseite sehen. Schiffe fuhren aber jede Menge dort lang. Sie sind mit ihren schweren Dieselmotoren nicht zu überhören. Ich lief dort weiter meines Weges kreuz und quer auf den Wegen entlang. Irgendwann kam ich an der Dorfkirche in Friemersheim an. Das hier befindliche Friemersheimer Dorf steht unter Denkmalschutz. Viele Gebäude sind uralt hier. Nicht weit von hier ist auch schon wieder der Kruppsee.
Meine Ohren nahmen nun die Geräuschkulisse der Wasservögel wahr. Deren Gegackere hörte sich an, als würde jemand pausenlos lachen. Es hörte gar nicht mehr auf. Vom Kruppsee bis zu mir nach Hause war es dann noch gut 1 km die Straße lang.
Nach ca 11 km hatte ich mein Soll für heute erfüllt. Es war ein sehr schöner Lauf.