Ich hatte heute einen schönen Tag.
Im Büro war ich gut ausgelastet, so dass der Tag sich nicht so zog. Außerdem bekam ich einen Anruf, dass das mit der 35-Std.-Woche ab 1.11. klar gehen würde.
Ich habe seit Anfang des Jahres ein kleines Patenkind über "plan-deutschland", ein siebenjähriges Mädchen aus Guinea-Bissoa. Zuvor wusste ich gar nicht, dass es diesen Staat gibt. plan-deutschland gibt 3 -4 mal im Jahr Broschüren heraus, worin über einzelne Hilfsprojekte berichtet wird. Es ist auch immer eine Geschenkbroschüre dabei. Zum einen kann man sich Sachen bestellen, die von Menschen aus den Hilfsprojekten hergestellt wurden. Man kann jedoch auch Geschenke für das jeweilige Patenkind aussuchen und dem Kind zukommen lassen. Da ich als kleines Kind gerne mit Puppen und Teddys gespielt habe, habe ich dem kleinen Mädchen eine kleine Puppe ausgesucht. Es dauert eine ganze Zeit, bis das Kind die Puppe hat.
Als ich heute nach Hause kam, fand ich einen Brief aus Guinea-Bissoa in meinem Briefkasten vor. Hierin wird sehr rührend der Dank und die Freude über dieses Geschenk ausgesprochen. Als ich die Worte "extremely happy" und "I am doing very well here thank god" las, liefen mir gleich mehrere Schauern über den Rücken. Obwohl die Entfernung so weit ist, man sich gar nicht kennt, noch nie gesehen hat, ist da eine Herzlichkeit, die mich sehr rührt.
Es besteht die Möglichkeit, das Kind und seine Familie in deren Heimat zu besuchen. Die Organisation würde dies auf Wunsch organisieren. Gerne würde ich diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Doch es ist etwas, was ich alleine nicht wagen würde. Ich bin nicht der Mensch, der gut auf andere zugehen kann, fühle mich sehr schnell unsicher. Auch sind meine Englisch-Kenntnisse nicht gerade perfekt. Ich würde mich sicherer und wohler fühlen, mit einem vertrauten Menschen an meine Seite. Bisher habe ich jedoch noch niemanden gefunden, der dazu bereit wäre. Will mal meinen Bruder fragen, vielleicht weiß er Rat? Oder soll ich es doch einfach alleine wagen? So recht traue ich mich nicht, obwohl mich der Besuch eines solchen Projektes schon seit meiner Jugend reizt.
Mit diesen Gedanken lief ich heute meine Runde um den See. Endlich war die Lockerheit wieder da. Die Beine liefen von alleine, alles fühlte sich harmonisch, rhythmisch und gut an.
Es war wirklich ein schöner Tag heute.