Heute sollte mein Lauf mal nicht wie sonst üblich an den Töppersee oder den darüber liegenden Feldern führen. Heute bog ich ab zur Rheingoldstraße, wo nach ca. 1 km der Kruppsee lag. Dieser ist ein Anglersee, wo es auch ein Freibad gibt. Doch um diese frühe Uhrzeit kamen mir nur ein paar müde Angler mit dem Fahrrad entgegen. Nach ca. einem weiteren km ließ ich den Kruppsee links liegen, hoch zum Feldweg und war schon bald in den Rheinwiesen. Doch bis zum Fluß selber war es auch hier noch gut einen km weiter. Hier sind Schotterwege, uralte Wiesen mit uralten Bäumen, Obstbäumen, teilweise Kühen auf den Weiden. So ähnlich hat es hier wohl weit und breit ausgesehen, bevor die Großindustrie vor mittlerweile mehr als 100 Jahren sich breit gemacht hat. Ich kam zur Roos, einem alten Rheinarm und schließlich zum Rheinufer selber, wo ein Schotterweg langführt. Es herrschte reger Betrieb dort, dauernd fuhren große Schiffe von beiden Seiten vorbei. Die kennen vermutlich kein Wochenende. Walker und Jogger habe ich hier nirgends gesehen, nur ein paar Menschen mit Hunden meist an der Leine. Dann konnte ich noch Katzen, Kaninchen und Eichhörnchen sehen. Es ist hier einsamer als am Töppersee. Wenn man hier überfallen würde, so dachte ich, würde es lange dauern, bis es einer merken würde, wenn überhaupt. Diese Gedanke fühlte sich nicht ganz so gut an. Ich lief den gleichen Weg wie hin auch wieder zurück. Da gibt es keine wirkliche Alternative.
Ich spürte vor allem auf dem Rückweg noch immer, dass ich nicht im Vollbesitz meiner Kräfte bin. Es braucht wohl noch seine Zeit. Am Ende konnte ich 10,33 km in 79,21 min. vermerken. Es ging vor allem am Deich etwas mehr auf und ab als ich gewohnt bin. Doch es war schön, mal eine ganz andere Strecke zu laufen als sonst. Sehr viel mehr ausbaufähig ist sie nicht. Doch es sollte gelegentlich eine Wiederholung wert sein.