Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Als ich am 15. August 2008 wieder meine ersten Laufschritte in Angriff nahm, war mein Ziel, einmal den Töppersee laufend umrunden zu können. Das hatte ich doch in den 90er Jahren etliche Male geschafft. Nun, der heimische Töppersee ist nicht so groß, eine Umrundung misst ca. 4 km als kürzesten Weg. Doch wenn man gerade erst mal wieder die ersten hundert Meter recht mühsam läuft, erscheint einem dieses Ziel hoch. Mittlerweile bin ich schon wieder etliche Male um den Töppersee gelaufen.
Doch noch bevor ich dieses Ziel erreichte, war es mir schon gar kein richtiges Ziel mehr. Ich wolle viel mehr, viel weiter laufen können. Ein Marathonlauf schwebte mir durch meinen Kopf. Einmal noch die 42,195 km zu schaffen, das wäre es! Dann sah ich Bilder im TV von Menschenmassen, die beim Berlin-Marathon dabei waren. Ich las von Köln, New York, Düsseldorf... Ich lief meinen ersten Halbmarathon im Mai diesen Jahres in Duisburg. Es war ja auch ganz gut. Doch die Massen der Menschen, die Lautstärke in den Straßen waren nicht das, was mir wirklich gefiel. Manchmal wirkt das Ganze doch sehr kalt und brutal auf mich. In solchem Radau und Remmidemmi 5 - 6 Stunden durch die Straßen zu laufen ist nicht wirklich das, wonach mir strebt. Mittlerweile weiß ich viel mehr die ruhigen schönen Stunden in der Natur zu schätzen. Je ruhiger ein Lauf ist, desto mehr gefällt er mir. Ich mag es, wenn die Gedanken so dahin schweifen, mit mir und meiner Welt völlig im Reinen zu sein, mich als ein Teil der Natur zu fühlen und mich an den schönen Dingen, die man dort tagtäglich zu sehen bekommt, zu erfreuen. So etwas kann mir ein Stadtmarathon einfach nicht bieten.
Da kam die kleine, aber sehr feine 24-Stunden-Veranstaltung in Breitscheid dem Ganzen schon sehr viel näher. Vielleicht war es kein Zufall, dass ich ausgerechnet dort die Distanz von über 42 km laufend bewältigt habe? Jedenfalls hat mir dieses Ambiente wesentlich mehr zugeagt als alles, was ich mir an Stadtmarathons vorstellen kann. Dabei war ich ja keine 24 Stunden dort, sondern nur ein paar Stunden.
In meinem Kopf tickerte es weiter. Ich habe ja gespürt, dass die gelaufenen 42 km nicht das Ende sind. Ich hatte sie mir vorgenommen, sie erreicht und es war gut so. Hätte ich mir für diesen Tag mehr vorgenommen, ich hätte, glaube ich, auch mehr schaffen können. Wer weiß, was möglich ist, wenn man tatsächlich 24 Stunden versucht, so viel zu laufen, wie es einem möglich ist? Was möglich ist, wenn man es langsam angehen läßt, wenn man immer wieder Gehpausen einbaut, sich optimal versorgt, auch mal eine richtige Pause einlegt?
Dann spukt da noch der Gedanke in meinem Kopf, irgendwann einmal die gigantische Distanz von 100 km läuferisch in Angriff zu nehmen. Wer weiß, vielleicht läßt sich beides auch miteinander verbinden? Ich weiß, es ist verrückt, so etwas zu versuchen. Doch weil es so verrückt ist, reizt es mich.
""Wer alle seine Ziele erreicht hat, hat sie sich als zu niedrig ausgewählt" Herbert von Karajan
"Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg" Laozi
"Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen" Hermann Hesse
Tja, und somit wird mein Ziel allmählich fester, bekommt quasi Zement unterm Sockel. Ich nehme es mir vor. Ich will versuchen, in einem 24-Stunden-Lauf die 100-km-Marke für mich in Angriff zu nehmen. Wer weiß, wenn alles paßt und ich auch gesund bleibe, warum nicht schon in 2011?