Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Es ist Sommer. Es ist heiß. In der Nacht kühlte es sich nicht wirklich ab. Mit 19 Grad am frühen Morgen ist es noch immer ziemlich warm. Also musste ich mich für einen längeren Lauf wieder einmal sehr früh auf den Weg machen. So gegen 6:00 Uhr lief ich los. Vor solchen Witterungsverhältnissen habe ich speziell bei langen Läufen sehr viel Respekt. Doch ich wollte mich dieser Herausforderung stellen.
Am See war ich der einzige Mensch weit und breit. Um diese Uhrzeit war sonst keiner zu sehen. Ich genoß die Ruhe sehr. In den Feldern angekommen, sah ich sofort, wie sehr das Korn in den letzten zwei Wochen gewachsen ist. Die Gerste ist schon richtig braun, macht auf mich den Eindruck, dass sie bald schon geerntet werden könnte. Wobei ich allerdings diesbezüglich noch nicht einmal Laie bin. Da, wo noch vor zwei Wochen hohes Gras stand, ist es nun gemäht und man sieht die noch frisch gepressten Heuballen rumliegen. Ihr würziger Duft dringt in meine Nase. Ich sauge ihn tief in mir auf, ich liebe diesen Geruch. Es ist für mich ein richtig guter Sommergeruch. Doch drin schlafen wollte ich heute nicht mehr. Ich würde starke Zeckengefahr vermuten. So ändern sich die Zeiten. Als ich noch Kind war, hätte man da wirklich drin schlafen können.
Der Himmel ist heute schon früh sehr blau, nicht eine einzige Wolke ist am Himmel zu sehen. Doch die Sonne steht noch tief, ich finde viele schattige Abschnitte und bin dankbar darum. Mein eigener Schatten ist sehr lang, die Sonne noch nicht ganz so kräftig. Es gefällt mir, durch die Stille der frühen Tageszeit zu laufen und genieße diese Idylle. Anders jedoch als vor noch zwei Wochen, spüre ich zur Hälfte meines heutigen Laufes schon, dass dieser am Ende nicht so einfach werden würde. Die Beine fühlten sich hier schon ein wenig schwer an. Ob es an der warmen Witterung liegt?
Da, wo sich vor zwei Wochen noch die Hasen tummelten, stehen heute große gelbe Blüten auf der Wiese. Ich werde hiervon aber keine Fotos machen. Dahinter ein Feld mit weißen Blüten. Es ist so weit von mir weg, dass ich nur vermuten kann, ob es vielleicht Kartoffeln sein könnten?
Ich komme an einem großen Reitturnier vorbei. Es dürfte mittlerweile so zwischen 7:30 und 8:00 Uhr sein. Es ist hier schon ein wenig was los. Ein paar Reiter bereiten sich mit ihren Pferden auf ihren Turniereinsatz vor, meiden dabei aber schon jetzt die Sonne, in der ich mittlerweile ungeschützt laufe. Doch noch ist es auszuhalten, noch ist es nicht so gnadenlos heiß.
Ich befinde mich längst schon wieder auf meinem Rückweg. Die Beine werden immer schwerer. Ich mühe mich die Eisenbahnbrücke hoch. Es fällt mir heute viel schwerer als sonst., muss mich zwingen, weiter zu laufen und nicht zu gehen. Doch wo es hoch geht, geht es auch wieder runter. Welch eine Wohltat, es geht sogar im Schatten herunter. Es folgt eine letzte kleine Trinkpause, um dann den letzten Rest der verbleibenden Strecke in Angriff zu nehmen. Nach 2:46 Std. habe ich meinen Lauf mit 21,56 km schließlich beendet und war heute echt froh, es geschafft zu haben. Es gibt immer wieder gute und nicht ganz so gute Tage. Der heutige Lauf fällt eindeutig in die zweite Kategorie, was aber durchaus witterungsbedingt sein kann. Mittlerweile bin ich aber wieder bestens erholt.