Ich hatte vor, heute wiedermal etwas weiter zu laufen, etwas weiter als noch vor zwei Wochen.
Ich war so früh wach, als würde ich kein Wochenende haben, sondern vor einem ganz normalen Arbeitstag stehen. In mir war jede Menge Vorfreude und auch ein wenig Aufregung da auf das, was ich mir für heute vorgenommen hatte.
Um 7.45 Uhr machte ich mich dann endlich auf den Weg. Es waren ca. 4 Grad als ich los lief. Am Himmel konkurrierten die Wolken mit der Sonne und ein bißchen blauem Himmel. Die wenigen Sonnenstrahlen gaben dem Himmel ein beeindruckend schönes Farbenspiel. Doch während meines Laufes dominierten dann immer mehr die dunklen Wolken, die Sonne war irgendwann nicht mehr zu sehen. Mir macht das aber nichts. Ich komme mit fast jedem Wetter gut zurecht, außer wenn es schneit und die Wege voller Glatteis sind.
Um diese Uhrzeit am Samstag morgen sind erst wenige Menschen unterwegs. Die Frau mit dem orthopädischem Schuh kam mir am See mit ihrem Fahrrad entgegen. Sie hatte ich schon lange nicht mehr gesehen, genauso wie die Frau mit den sehr gut erzogenen bildhübschen beiden Bobtails. Wir grüßten uns freundlich, genauso wie alle anderen, die mir entgegen kamen. Es lief recht locker und leicht, ich wollte betont langsam unterwegs sein. Die Eisenbahnbrücke hoch fiel mir heute aber doch ein wenig schwer oder hatte ich es nicht mehr so recht in Erinnerung, wie anstrengend es hier hoch ist? Egal, wo es hoch geht, geht es anschließend auch wieder runter und man kann sich wieder erholen. Nun war ich auch schon wieder in den Feldern, auf dessen asphaltierten Wege ich gerne laufe. Längst ist kein Schnee mehr zu sehen. Dennoch ist auf den Feldern noch Winterruhe zu spüren. Alles sieht so struppig und gerupft aus. Keine Menschenspuren sind zu sehen, dafür vor allem Krähen und Elstern, die auf der Suche nach Futter und Beute sind. Durch das kleine Stück Wohngebiet habe ich das Gefühl, dass alle dort noch schlafen. Man sieht keine Menschenseele hier und hört sie auch nicht. Dann habe ich dieses Stück auch schon hinter mir gelassen biege links rein Richtung Rumeln und dann später rechts an einem kleinen Wäldchen vorbei. Nun noch einmal links und ca. 1 guten km immer geradeaus. Dann kommt man am Reitsportzentrum Ziethen vorbei. Auch hier wirkt alles noch recht verschlafen. Dabei ist 8.30 Uhr schon längst verstrichen. Mir ist das recht so. Ich habe beim Laufen am liebsten meine Ruhe. Ein Hauptgrund, warum es mich so früh am Tage schon zu solchen Läufen treibt. Mittlerweile habe ich die Hälfte meines heutigen Pensums erreicht. Ich laufe um Ziethen herum und mein Weg führt wieder Richtung Heimat. Nur selten kommen mir einzelne Menschen mit Hund entgegen. Der Himmel sieht mittlerweile so aus, als wollte er sich jeden Moment öffnen und die Erde mit seinem kostbaren Naß beglücken. Später nieselte es ein wenig. Als ich erneut die Eisenbahnbrücke hoch und wieder runter laufe, fühle ich mich noch immer gut. Das letzte Stück nun noch am See entlang, die Straße hoch und dann bin ich auch schon wieder Zuhause. Die letzten zwei km waren doch ein wenig beschwerlich. Allerdings, die Straße hoch geht es tatsächlich leicht berghoch, so dass man an dieser Stelle eher ein wenig Müdigkeit spürt als woanders.
Ich habe für heute 14,09 km in 1.46,36 Std. geschafft, von denen lediglich die letzten zwei mir leichte Mühen bereiteten.
Bin sehr zufrieden mit meinem heutigen Lauf.