Heute Nacht hat es geschneit. Der Schnee liegt 10 - 15 cm hoch. Draußen sieht es anders aus, die Geräusche sind anders, die Gerüche und auch das Laufen ist so anders als sonst.

Der Schnee ist nicht gefroren, ist pulvrig. Man stapft tief mit den Füßen hinein. Man muss die Knie hoch anheben für die nächsten Schritte. Die Füße sind in den dafür eigentlich nicht wirklich geeigneten Laufschuhen ruckzuck kalt und nass.
Doch solang man sich bewegt, ist das kein Problem.

Das erste Stück war noch durch die Wohngegend. Es waren vor vielen Häusern Menschen mit Schnee schippen beschäftigt. Wenn ich laufe, ist es meist noch früh am Tage. Es war nicht so einfach, den rechten Weg zu finden. Am besten war es am Ende auf der Straße, wo fast kein Auto lang fuhr.

Am See war der Schnee noch sehr tief und nicht einfach zu laufen. Es waren schon Spuren von anderen Menschen zu sehen, die ich dankbar als grobe Spur annahm. Es war recht anstrengend, dort lang zu laufen. Doch was dem Auge und den Sinnen sonst so geboten wurde, nahm mir auch ein Stück meines Atems.

Alles sah so anders aus hier, der See hatte an den meisten Stellen eine ganz zarte Eisschicht. Ich mußte einfach stehen bleiben, um dieses hier so seltene Naturschauspiel bewundern zu können. Das ist kein Augenblick, wo ich einfach meines Weges laufe. Nein, ich blieb oft stehen, war froh meine Kamera dabei zu haben, um diese schönen Anblick festhalten zu können.

Es war kein Moment der Hetze, sondern viel mehr der Muße, des Besinnens, des Genießens.
Lief ich zwischen bzw. unter Bäumen her, empfing mich oft eine zarte Schneeverwehung. Es war nicht brutal es war schön, ich fühlte mich fast von dieser Zartheit gestreichelt.

Morgen ist wieder Alltag. Weihnachten, das Ende von 2009, der Beginn von 2010 werden schnell vergessen sein. Um so schöner, dass ich heute, diesen zwar sehr anstrengenden, aber auch schönen Moment genießen konnte.