Vor vielen Wochen und Monaten hatte ich mich für den Weinstraßen-Halbmarathon angemeldet. Seinerzeit sah es nach einem mittleren bis großen Streakrunner-Treffen dort aus, bei dem ich unbedingt dabei sein wollte. Mit Streakrunnern was unternehmen, macht immer viel Spaß.
Dann war Samstag, 21. April und ich machte ich auf den Weg in Richtung Pfalz nach Bockenheim an der Weinstraße. Dort hatte ich ein Zimmer in einer Pension gemietet. Auf der Fahrt dort hin regnete es viel und die Temperaturen schwankten zwischen 12 Grad und 7 Grad. Ich dachte mir, dass es genau Elklis Wetter. Nur leider war Elkli ja zwischenzeitlich zu Frank nach Hamburg gezogen und würde an diesen Lauf nicht teilnehmen. Auch andere Streakrunner hatten zwischenzeitlich abgesagt.
Als ich gegen 14.00 Uhr in Bockenheim eintraf, waren dort lausige 7 Grad und der Regen hörte auch gar nicht mehr auf. Zum Glück hatte ich Esthers Telefonnummer gespeichert und rief bei Ihr an. Bevor ich in diesem Nest versauere (das Zimmer hatte noch nicht einmal einen TV), machte ich mich lieber noch einmal mit meinem Auto auf den ca. 40 km langen Weg nach Mannheim. Schön war es, endlich mal wieder Esther und HD in die Arme zu schließen. Viel zu lange hatten wir uns nicht mehr gesehen. Auch Grobi zeigte seine Freude. Es gab leckeren Schokokuchen und später noch sehr viel leckere Pizza. Wir hatten viel zu erzählen und die Zeit verging wie im Fluge.

Ich machte mich dennoch wieder frühzeitig auf den Weg nach Bockenfeld und es ging auch ziemlich zeitig ins Bett.
Meine Nacht war in der einsamen Fremde recht unruhig und ich war froh, als es endlich Zeit war, aufzustehen. Nach einem guten Frühstück begab ich mich dann zum Veranstaltungsort.
Im Starterfeld traf ich dann wieder Esther und HD und auch Leila und Ernst. Ist ja doch viel schöner, in so einem Feld zu stehen, wenn man nette vertraute Menschen um sich hat, als dort alleine zu stehen.
Dann fiel der Startschuss, glaube ich. Gehört habe ich ihn nicht, aber man konnte sehen, wie sich ganz vorne das Starterfeld in Bewegung setzte. Irgendwann lief dann auch ich endlich los.
Wie immer lief ich bewußt langsam an. Ich hatte doch Respekt vor diesen für mich ungewohnten Aufs und Abs. Doch zu Beginn fand ich sie recht harmlos. Es war an diesem Tag nicht ganz so verregnet, wie der Tag zuvor. Häufig zeigte sich die Sonne. Allerdings kam auf dem ersten Teil der Strecke manchmal ein wenig der Wind von vorne. An manchen etwas steileren Aufs machte ich es wie alle anderen Läufer und verfiel in einen Gehschritt. Darin bin ich nicht so gut. Meist werde ich von allen anderen Läufern (Gehern) überholt. Besser geht bzw. läuft es bei mir, wenn ich abwechselnd gehe und wieder laufe. Ich war dennoch vorsichtig, immer noch hatte ich Respekt vor diesen Aufs. Aber wo es Aufs gibt, gibt es früher oder später auch immer Abs. Und die waren toll. Da werde auch ich schnell und schneller und hach ist das schöööön, so schnell runterlaufen zu können.
Je länger ich lief, desto mehr Freude hatte ich daran. Ich hatte schon bei meinen letzten längeren Läufen Zuhause häufig das Gefühl, dass ich hinten raus immer besser laufen kann als zu Beginn. So erging es mir auch bei diesem Lauf. Auf dem Rückweg vom HM kam der Wind diesmal auch mehr von hinten, was mich weiter antrieb. Ich horchte immer wieder in mich hinein, vor allem, wenn ich müde Läufer, die schon gingen, überholte. Doch so sehr ich auch horchte, da war keinerlei Ermüdungserscheinung zu spüren. Meine Laune wurde besser, die Ehrfurcht vor diesen eher sanften Hügeln verging. Und wenn es doch mal etwas steiler wurde, ging ich halt wieder abwechselnd und lief danach weiter. Schön war das.
Auf den letzten beiden Kilometern lief es irgendwie am besten bei mir. Nach jedem KM piepst mein Garmin und auf den letzten beiden Kilometern zeigte er mir jeweils Zeiten von unter 7 Min. an. Ich war also alles andere als am Ende meiner Kräfte.
Bei 2:38,31 h. kam ich schließlich ins Ziel. Mit meiner Zeit war ich sehr zufrieden und mir ging es bestens. Ich holte mir meinen Kleiderbeutel und begab mich wieder ca. 1 km zurück in meine Pension.
Nach einer Dusche packte ich meine Sachen, bezahlte die Nacht und begab mich erneut zum Zentrum des Geschehens. Leila und Ernst habe ich dort leider nicht mehr gesehen. Es konnte aber nicht mehr lange dauern, bis Esther und HD einlaufen sollten.
So locker und leicht kamen sie dann schließlich dem Ziel entgegen gelaufen.
Und danach gab es die verdiente Belohung:
Nun noch ein kurzes Verschnaufen im Festzelt und ein wenig Erfahrensaustausch und dann war es auch schon wieder Zeit für die erneut 3-stündige Autofahrt nach Hause.
Zuhause angekommen war ich dann doch ziemlich ko. So lange einsame Autofahrten sind eben einfach nicht mein Ding. Trotzdem war es ein sehr schönes WE.
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