Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Es ist Montag morgen 4:30 Uhr, Mein Wecker klingelt pünktlich wie immer an einem Montag morgen. Ich stehe auf, gehe ins Bad, bereite mir anschließend mein Frühstück und genieße es in aller Ruhe. Ein Montag morgen ist in der Regel nicht mein liebster Morgen. Eine lange oftmals öde Arbeitswoche wartet auf mich.
Ich ziehe mich an allerdings nicht mein Alltagssachen, nein, diesmal sind die Laufsachen an der Reihe. Heute ist Seminartag, der erst um 8.30 Uhr beginnen wird. Noch bevor es 6.00 Uhr ist, gehe ich dennoch aus dem Haus und beginne meinen heutigen Lauf.
Es ist noch gar nicht richtig hell da draußen. Die Luft ist mit 8 Grad recht kühl aber immerhin trocken.
Ich biege ein in den kleinen Wald. Was mich hier erwartet ist einfach nur unglaublich schön. Durch das saftige Grün ertönt in bezaubernd einzigartigen Klang eines Vogelkonzert, wie es intensiver und schöner nicht sein kann. Zwischendurch hoppelt hier und da ein Kaninchen über meinen Weg, Kaninchen, die ich zur späteren Tageszeit in dieser Vielzahl hier nie zu Gesicht bekomme. Kein Mensch begegnet mir, noch nicht einmal mit Hund. Ich laufe durch dieses wunderbare Szenario und höre meine Schritte, die im gleichmäßigen Takt laufen. Das Vogelkonzert ist wirklich einzigartig und mit Worten nicht zu beschreiben. Es begleitet mich das ganze kleine Stück durch den Wald hindurch.Dann ist der Wald zu Ende, ich überquere eine Hauptstraße, die um diese Uhrzeit nur mäßig befahren wird. Noch ein Stück die holprige Straße entlang, den noch holprigeren Weg und dann wartet der ganz still daliegende See auf mich.
Unzählige Kaninchen hoppeln links und rechts des Weges auch vor und hinter mir. Es sind so viele, wie man sie bei normaler Tageszeit hier einfach nicht vermuten kann. Das Vogelkonzert ist hier nicht mehr so intensiv. Immer noch begegnet mir kein einziger Mensch. Ich laufe heute nicht weit. Ich laufe vorbei an dem Heim der Surfer. Auf der Wiese tummeln sich viele kleine und große Gänse. Entspannt sind sie im Gras nur eine einzige Gänsemutter zischelt mich an, als ich in großem Bogen an ihr vorbei trabe. Liebe Gänsemutter, denke ich, ich will weder Dir noch Deinen Kindern irgendetwas tun und bin ja eigentlich auch schon wieder fort.
Es ist nur eine kleine Runde heute und schnell bin ich wieder auf dem holprigen Weg, der holprigen Straße, überquere die Hautpstraße und biege erneut ein in den Wald. Wieder ist hier dieses unglaublich schöne Vogelkonzert. Ich lausche, höre meine Schritte und denke, viel zu laut. Ich bremse ab und beschließe, den Rest des Wege in aller Stille nach Hause zu gehen. Ich genieße dieses Ambiente, welches ich in dieser Intensität so noch nicht erlebt habe. Ich genieße jeden Schritt in dieser bezaubernden Stille und bin fast traurig, als ich das Ende dieses Weges erreicht habe. Wie gerne wäre ich noch länger hier geblieben. Wie gerne würde ich hier den ganzen Tag verbringen. Doch ich will nicht undankbar sein, ob des Erlebten. Ich schließe es ein in meinem Herzen und hoffe, es trägt mich durch den kommenden Tag und vielleicht auch ein Stück weiter durch die Woche.