Tief Daisy wurde von den Wettervorhersagen seit Tagen als ziemlich heftig und dramatisch angekündigt.
Heute früh ist dieses Tief auch am Niederrhein angekommen. Es ist ziemlich stürmisch und es geht ganz feiner Schneegriesel herunter. Ich zog, wie immer, wenn ich frei habe, schon früh meine Laufsachen an. Heute erst recht, man weiß ja nicht, wie sich das Ganze noch entwickeln wird.
Schön warm eingepackt lief ich ganz gemütlich los. Die vielen Schichten Kleidung lassen ein schnelles Tempo auch nicht wirklich zu und die Bodenverhältnisse nach wie vor auch nicht. Doch es lief sich heute besser, als ich mir das gestern noch vorstellen konnte. Das erste Stück durch die Wohnsiedlung war recht ungemütlich, der Sturm blies viel Schnee von den Dächern herunter. Lief man da durch, sah man kaum noch etwas. Später das Stück an der Straße war nicht so unangenehm. Es sind kaum Menschen unterwegs. Nur wenige Autos fahren dort lang. Noch sind die Straßen einigermaßen passierbar und zum Laufen ganz gut. Am See angekommen empfängt mich das schon fast gewohnte Bild. Der See ist mittlerweile ganz zugefroren und mit einer Schneedecke bedeckt. Ich habe heute keinen einzigen Wasservogel gesehen oder gehört. Ich hoffe, sie konnten sich noch rechtzeitig einen sicheren Platz suchen.
Das noch vor wenigen Tagen von vielen Menschen aufgesuchte Arreal hatte ich nun fast für mich alleine. Nur zweimal kamen mir einsame Walker mit Stöcken entgegen. Ich dachte mir, nun machen die Stöcke endlich mal halbwegs einen Sinn. Obwohl, auf den plattgetretenen Wegen läßt es sich gut laufen. Ich muss nur wirklich langsam laufen, dann geht es ganz gut. Das erste Stück kam der Wind von hinten, es war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewußt. Erst als ich einmal rund um den See die Laufrichtung änderte, spürte ich den Unterschied. Der feine Schneegriesel fegte mir waagerecht ins Gesicht und vor allem in die ungeschützten Augen. Es brannte richtig und war schon unangenehm. Ich senkte meinen Kopf, um ein wenig Schutz davor zu finden. Bald hatte ich die Runde um den See beendet und lief das letzte Stück nach Hause. Die Straßen sind so leer, richtig unheimlich. Dabei ist es mit ca. -2 - -4 Grad nicht sooo kalt. Ich fand es heute gut auszuhalten und habe den heutigen Lauf alles andere als bereut.