Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
300 Tage laufe ich nun schon wieder jeden Tag in Serie. Es fühlt sich diesmal nicht ganz so spektakulär an wie noch beim ersten Mal. Eigentlich ist die Zahl der täglichen gelaufenen Tage in Serie nicht so wichtig. Und doch - wenn eine runde Zahl erreicht ist, wie eben jetzt die 300 Tage, blickt man schon ein wenig zurück.
An den Anfang dieser Serie kann ich mich schon gar nicht mehr so recht erinnern. Es war ja auch nur eine kleine Pause nach einer bereits viel länger andauernden Serie. Und doch war sie gebrochen. Ich war traurig zu der Zeit und doch froh, als es nach wenigen Tagen wieder los ging mit der Lauferei und zwar ohne groß zu überlegen natürlich wieder jeden Tag. Viel zu sehr hatte ich das zuvor schon für mich verinnerlicht. Jeden Tag die Laufschuhe geschnürt, den Garmin ans Handgelenk, den Startknopf gedrückt und los gings. Meistens hat es viel Spaß gemacht, manchmal lief es aber auch ein wenig beschwerlich.
So manches hat sich in diesen 300 Tagen ereignet.
Zunächst waren da die Vorbereitungen für meinen Umzug und schließlich der Umzug von eine alte in die neue Heimstatt. Zu der Zeit waren die täglichen Läufe eine ganz besondere Wohltat für mich.
Es folgte ein Sommer mit einigen Events und Happenings mit anderen Läufern / Täglichläufern.
Im Juni war das große Treffen der Streakrunner in Bad Lippspringe, wo ich dann meinen ersten 24-Std.-Lauf absolviert habe. Ich bin nicht aufs Ganze gegangen und doch sind 62 km zusammen gekommen.
Vier Wochen später stand dann mein erster ernsthafter 24-Std.-Lauf in Breitscheid auf dem Programm, wo ich das mir selbst gesteckte Ziel von 100 km tatsächlich erreicht habe.
Es folgte die Ruhreroberung wiederum mit einem Teil der Streakrunner, den ich zur Hälfte mit lief.
Ein paar Wochen später fuhr ich für ein paar Tage nach Berlin, wo ich Elke (Laufmauselke), Erika (Ika) und Marcus persönlich treffen und kennen lernen durfte. Auch das waren alles wunderschöne Happenings, die es ohne das Täglichlaufen vermutlich nicht gegeben hätte.
Und nun sind mit dem heutigen Tag 300 Tage durchs Land gegangen, an denen ich jeden Tag gelaufen bin. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, wie es ist, wenn man nicht jeden Tag läuft oder gar überhaupt nicht läuft. Und erst recht die vielen tollen Begegnungen mit Täglichläufern möchte ich auf keinen Fall mehr missen. Sie waren in dieser Zeit das Highlight überhaupt für mich.
Mir wurden in dieser Zeit aber auch die körperlichen Veränderungen bewußt, das Stärker und Robusterwerden, das Wohlfühlen im eigenen Körper, leichter weitere Strecken laufen und sich danach viel schneller wieder erholen, als es je bei mir der Fall war. Ich habe gespürt, dass da, wo früher meine körperlichen Grenzen waren, nun keine mehr sind. Sie haben sich um einiges nach hinten verschoben. Doch sind es noch die gleichen Grenzen?
Im nächsten Jahr werde ich 50 Jahre alt und fühle mich in der Form meines Lebens. Ohne meine Täglichen Läufe würde das sicher anders aussehen. Ich will niemanden bekehren, weder zum Laufen noch gar zum Täglichlaufen.
Doch ich bin sehr froh, dass ich diesen Weg bewußt eingeschlagen habe. Es hat mir so viel Positives gebracht. Ich möchte es wirklich nicht mehr missen.