Die Nächte sind mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nach wie vor eiskalt. Die Nächte sind klar. Wenn ich morgens so gegen 6.00 Uhr aus dem Haus gehe, kann ich am Himmel die Sterne sehen, ein schöner Anblick. Komme ich in mein Büro in der 16. Etage an, sieht man von ganz weit fern am Horizont, dass der Tag nun erwacht. Am liebsten würde ich dieses Szenario am Fenster beobachten. Doch ich bin ja nun schon im Dienst. Es dauert nicht mehr lange und es ist hell da draußen. Der Himmel ist so schön blau und schon bald scheint die Sonne, wie sie schöner nicht scheinen kann.
Es dauert allerdings ein paar Stunden, bis dass die Temperaturen angenehm sind.
Wenn ich dann am Nachmittag Zuhause bin so wie heute, ist es mittlerweile angenehme 7 Grad warm. Noch immer ist der Himmel blau und es scheint so wunderbar die Sonne. Nichts und niemand kann mich jetzt noch aufhalten. Flugs schlüpfe ich in meine Laufsachen und schon geht es ab nach draußen.
Die ersten Meter sind einfach nur wunderbar, geben mir genau das, wonach ich mich den ganzen Tag gesehnt habe. Dann geht es rechts hinein ins Wohngebiet. Hier sind die Häuser so hoch, dass die Sonne keine Chance hat, durchzukommen. Auch weht hier ein recht kalter Wind. Doch nicht weit davon biege ich links ein in die viel befahrene Hauptverkehrsstraße. Hier scheint mir die Sonne von vorne ins Gesicht. Mich stören keine Autos, ich höre deren Lärm nicht. Ich sauge nur die warmen Sonnenstrahlen auf. Sie wärmen nicht nur meine Haut, sondern mein Gemüt, meine Seele, einfach alles in mir. Am See angekommen wechseln Sonne und Schatten sich entlang meines Weges häufig ab. Meine Jacke habe ich längst geöffnet. Ich kann gar nicht genug Sonne an meinen Körper lassen. Die Wege sind trocken und wunderbar zu laufen. Die Enten, Gänse und Schwäne auf dem See wirken entspannt und friedlich. Nachdem ich dreiviertel des Sees etwa umrundet habe, sind auf der Wiese viele Kanadagänse zu sehen. Obwohl ich auf dem Weg laufe, reagieren sie aggressiv auf mich und zischeln mich warnend an. Ob vielleicht schon ihre Brutzeit begonnen hat? In der Zeitung stand, dass man die richtigen Eier gegen unechte Eier austauschen wollte. Vielleicht hat da schon so was stattgefunden und die Gänse sind deshalb so aggressiv? Der Anblick der Gänse erfreut mein Herz und doch macht es mich traurig. Sie sind vielen Menschen ein großer Dorn im Auge, man will sie hier nicht haben. Dann gibt es andere, die sie verbotenerweise mit Brotresten füttern. Keiner greift hier ein. Das jeden Tag mit ansehen zu müssen mit dem Wissen, dass ihnen früher oder später großes Unheil droht, macht mich immer wieder traurig. Doch ich kann es nicht ändern und laufe daher weiter meinen Weg. Mittlerweile kommt die Sonne von rechts hinten, mein Schatten läuft seitlich links vor mir weg. Man kann so ganz gut seinen eigenen Laufstil studieren.
Dann ist der See auch schon umrundet. Es geht noch einmal die Straße hoch und dann ist es für heute schon wieder vorbei. Solche Frühlingstage sind etwas ganz Wunderbares. Dass es noch nicht ganz so warm ist, ist völlig o.k. Die Zeiten, wo man unter der sengenden Hitze stöhnt, werden noch früh genug wieder kommen. Also genießen wir doch einfach diese so wohltuenden sonnigen Frühlingstage.