Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Die ganze Woche freute ich mich darauf, heute meinen langen Lauf in Angriff nehmen zu können.
Gestern Abend erreichte mich jedoch familiär eine wenig erfreuliche Nachricht. Mein Bruder ist gerade dabei, vor offensichtlich schwierigen Problemen davonzulaufen. Derzeit weiß keiner wo er steckt, alle machen sich große Sorgen. Ich auch. Vor Problemen davonzulaufen kann einfach nicht zu einer guten Lösung führen und tut vielen Menschen, vor allem den nahestehenden sehr, sehr weh. Mit diesen Gedanken hatte ich eine recht unruhige Nacht und heute morgen raffte ich mich etwas schwerfällig zu meinem heutigen Vorhaben auf.
So gegen 8.30 Uhr lief ich los. Das Wetter war super, der Himmel blau, die Sonne schien, die Temperaturen mit ca. 10 Grad sehr angenehm, fast perfekt. Nur irgendwie ich weiß nicht, war es der Kopf oder die Beine, mir fiel das Laufen nicht wirklich leicht. In meinem Kopf kreisten sehr viel "Hätte, Wenn und Abers" und ließen das gerade bei langen Läufen so vertraute angenehme Gefühl nicht aufkommen. Klar, ich sah das immer saftiger werdende Grün, die vielen in zahlreichen Farben blühenden Sträucher und Bäume, bei diesem schönen Wetter ein wunderbarer Anblick. Als ich in den Feldern war, genoß ich die strahlende Sonne ganz besonders. Doch immer wieder kehrten meine Gedanken zum sorgenreichen Thema zurück. Dann kam endlich das Stück, wo alles so weit ist und frei. Hier liefen meine Beine schon besser als noch zuvor, hier war ich so halbwegs in meinem Element. Auf vielen Feldern sieht man Grün wachsen, es sieht aus wie Gras. Könnte sein, dass es das im Sommer zu erntende Heu ist. Mich wundert, wie schnell es schon gewachsen ist. Vor vier Wochen war davon noch nichts zu sehen. Bei km 12 war mir schon klar, dass mein heutiger Lauf wirklich schwer werden würde. Doch ich kämpfte mich durch mein mir selbst gesetztes Vorhaben. Als ich wieder am Töppersee ankam, wurden meine Schritte immer schwerer und kürzer. Doch es war mir egal, ich lief weiter. Der letzte km geht immer leicht bergan. Wenn man schon ein wenig erschöpft ist, spürt man es ganz anders als an anderen Tagen. Am Ende hatte ich 18,16 km in 2:17,06 Std. geschafft und war doch recht k.o. Am heutigen Tag hätte es weiter nicht sein dürfen.
Vielleicht klappt es beim nächsten Mal mit weniger Sorgen im Kopf wieder besser.
Doch erstmal muss das aktuelle Problem gelöst werden und das sieht sehr schwierig aus. Ich fühle mich der Situation so hilflos ausgeliefert.