Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Die kühle Regenzeit scheint fürs Erste ein Ende zu haben. Seit ein paar Tagen ist es hier tagsüber ziemlich warm, das Thermometer klettert auf 27 bis 28 Grad. Das ist zum Laufen nicht optimal. Deshalb habe ich mich heute bemüht, wieder einmal früh auf den Beinen zu sein.
Ganz früh war es noch ganz angenehm bei ca. 17 Grad. Außerdem war es bewölkt, so dass das Laufen viel angenehmer war, als die Tage zuvor, wo ich erst viel später laufen konnte. Nach vielen Wochen und Monaten nahm ich heute das erste Mal wieder meinen Laufrucksack mit, um unterwegs bei Bedarf etwas trinken zu können.
Gegen 6.30 Uhr lief ich los. Da war noch nicht viel los da draußen. Die Natur war selbstverständlich schon längst erwacht, die Straßenlaternen aus, weil es bereits hell genug war. Doch Menschen sah ich zu Beginn meines Laufes keine.
Wie häufig am Samstag zog es mich heute wieder in die Felder. Hier steht das Grün auf den Feldern bereits recht hoch. Es dauert sicher nicht mehr lange, bis dass das Gras gemäht und als Heu in Scheunen landet.
So hoch und saftig wie in diesem Jahr, hab ich es hier schon sehr lange nicht mehr gesehen.
Meine Gedanken gehen dorthin, wo das Hochwasser das Hab und Gut vieler Menschen zu vernichten droht. Die Bilder aus den Medien sind immer wieder vor meinem geistigen Auge. Auch bei uns sind die Rheinwiesen vom vielen Wasser des Rheins überflutet. Aber hier ist das keine Katastrophe, auch hat es hier nicht so viel geregnet wie im Osten und Süden Deutschlands.
Sind solche extreme Witterungsverhältnisse tatsächlich schon die ersten Auswirkungen vom Klimawandel? Muss man sich damit abfinden, dass uns nun häufig Unwetter in Form von Starkregen, Hochwasser oder auch alles zerstörende Tornados heimsuchen? Dass die Überschwemmungen derzeit im Osten der Republik zur Katstrophe führen und nicht hier im Westen, scheint mir reine Willkür zu sein. Wer weiß, vielleicht muss ich auch irgendwann meine Sachen packen und in irgendeiner Notunterkunft ausharren? Eine grausige Vorstellung.
Doch ich kann daran nichts ändern. Und selbst wenn sich einige oder gar viele Menschen finden würden, die das ändern wollten, wäre es wohl mehr als schwierig.
Um so wichtiger ist es wohl, jeden Augenblick des Wohlbefindens, des Glücklich- und Zufriedenseins zu genießen. Heute kann ich laufen genauso wie an den vielen vergangen Tagen zuvor auch. Mir tut nichts weh, mir fehlt es auch an nichts. Einzig die Bilder der furchtbaren Katastrophe sind permanent präsent in meinem Kopf und lassen mich mitfühlen mit denen, die zur Zeit dagegen ankämpfen. Ich fühle mich wohl, wenn ich laufe und doch nicht so recht mit diesen Gedanken und Gefühlen in mir. Es bedrückt mich.
Doch etwas ist da, was hoffen läßt. Es ist schön zu sehen, wie die Menschen in der Not zusammenrücken und sich gegenseitig helfen. Das macht Mut und läßt die Betroffenen hoffentlich alles ein wenig leichter ertragen.
So in Gedanken versunken laufe ich heute meines Weges. Ich bin froh, dass ich laufen kann.
Kurz nach Acht Uhr bin ich wieder Zuhause. Es war ein guter Lauf.