Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Ab morgen soll es heiß werden. Die Wetterexperten sagen, dass Luft aus Sahara einströmt und Temperaturen von über 30 Grad voraus.
Heute morgen aber ist es noch angenehm kühl. Also heißt es, bloß früh raus, raus aus den Federn, rein in die Laufsachen, raus aus dem Haus und auf die Straße hinaus. Noch einmal die angenehm kühle Luft erleben, das angenehm leichte und lockere Laufen spüren, das tiefer werdende Ein- und wieder Ausatmen ohne Anstrengung in mir aufsaugen. Im Wald die vielen Vöglein singen und zwitschern hören, so früh am Morgen ist der Weg fast für mich alleine da. Nur ein paar Kaninchen hoppeln hier und da herum.
Die Sonne zeigt sich nicht, der Himmel ist bewölkt. Ich sehe das noch immer saftige Grün, das mittlerweile sehr hoch gewachsen ist, an. Ich denke an das letzte Jahr, wo alles hier sehr trocken war, wo keiner mehr das Gras mähen musste, wo man das Gras mehr ahnen konnte als sehen, wo alles grau und staubig und trocken war. Dieses Jahr ist immer noch alles saftig grün und noch ist es angenehm zu laufen, denn noch ist es nicht schwül und heiß. Am frühen Morgen tummeln sich auch noch keine Fliegen und Mückenschwärme. Nur der Müll der zivilisierten Menschen liegt doch an den mir bekannten Stellen zu Hauf herum. Ich ahne, welche Ausmaße der Müll noch annehmen dürfte, wenn es wirklich mal ein paar Tage heiß und sonnig sein sollte. Auch werden sich dann auf den Wiesen viele dickbäuchigen Menschen tummeln, manche mit ner Bierflasche in der Hand und werden blöd gaffen, wenn man auf dem Weg an ihnen vorbeiläuft. Statt der frischen Luft wird sich so manche stinkende Grillwolke in meiner Lunge breitmachen. Doch diese Gedanken schiebe ich schnell beiseite. Heute ist es noch nicht heiß sondern angenehm kühl, es sind nur wenige Menschen unterwegs, ich laufe noch immer locker und leicht, das Ein- und Ausatmen ist nicht beschwerlich, keine Grillwolke ist weit und breit zu sehen oder zu riechen und das Laufen ist die reinste Wonne.
Ich weiß, wenn es heiß wird, sieht das anders aus, dann wird das Laufen ungleich beschwerlicher sein. Also weite ich mein heutiges Ründchen noch ein bißchen aus. Ich will es genießen, will es in mir aufsaugen, will den letzten Hauch des Angenehmen nicht verpassen oder versäumen. Wenn ich könnte, ich würde die Zeit anhalten, ich würde sie anhalten, bis Ende August und dann auf einen Knopf drücken und die Zeit dazwischen in nullkommanix an mir vorbeirauschen lassen. Doch ich weiß, es wird eher anders rum sein.
Aber nein, ich will nicht jammern oder klagen, ich will heute genießen, das schöne und angenehme Laufen, so wie ich es gerne mag. Ich genieße heute ganz bewußt. Es könnte ja der letzte schöne Genußlauf für die nächste Zeit sein.
Früh bin ich wieder Zuhause mit mir und meiner Welt zufrieden. Es war ein schöner Genußlauf.