Der Oktober macht hier momentan seinem Namen alle Ehre. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, die Temperaturen bei 16 Grad fast schon wieder sommerlich. Die bunten Blätter der Bäume leuchten golden in der Sonne, die Luft ist frisch, es ist einfach nur wunderbar.
Schon in der Mittagspause dachte ich an meinen Lauf heute und konnte es kaum abwarten. Als es endlich so weit war, war es wie eine Erlösung. Ich lief und saugte alles in mir auf, die bunten Farben, die gute Luft, die Sonne, die herbstliche Milde. Im Wald duftete es so herrlich. Wenn ich durch das Laub lief, raschelte es laut.
Mein Lauf war locker und leicht und wie in den letzten Tagen auch schon völlig beschwerde frei. Ich lauschte immer wieder in mir und vor allem meinem Fuß hinein, immer mit ein bißchen Bammel im Hinterkopf, es könnte doch wieder was sein. Und dann ein paar Schritte weiter die Gewißheit, da ist nichts mehr was stört, kein Ziehen, kein Ziepen, kein Schmerz, nichts, nur im Kopf die Erwartung, es könnte jeden Moment doch wieder da sein. Doch je länger mein leichter lockerer Lauf dauert, um so gewisser werde ich, es scheint tatsächlich vorbei zu sein und ich könnte deshalb laut jubeln. Ich habe den ganzen Tag schon gute Laune und jetzt erst recht. Und meine Beine und Füße laufen locker und leicht, ja fast schwebte ich dahin. Ich bin so froh, dass ich es wohl tatsächlich geschafft habe, diese Hürde genommen zu haben. Ich hoffe doch sehr, dass es so bleiben möge.