Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Am Donnerstag fing es an zu tauen. Ich mied am Nachmittag die Wege am See, weil sie wieder mal matschig und mit viel Wasser versehen waren. Gestern hat es den ganzen Tag geregnet. Die Wege waren aber wieder besser zu laufen. Nur an wenigen Stellen trat man wieder durch nassen Matsch.
Es hörte am gestrigen Tage nicht mehr auf zu regnen. In der Nacht irgendwann wandelte sich der Regen in Schnee und nun liegt schon wieder eine wenige Zentimeter-dicke Schneeschicht überall. Als ich früh am morgen los lief, war noch längst nicht vor jeder Tür gekehrt worden. Auch auf den Straßen war noch nicht viel los. An vielen Stellen bis zum See war ich die erste, die mit den Füßen Spuren in den frischen Neuschnee setzte. Es war ein schönes Gefühl. Auch am See waren erst wenige Menschen gewesen. Nur wenige Schrittspuren konnte man sehen. Der Anblick der Natur, wo jeder Zweig mit einer zarten Schneeschicht versehen war, war ein sehr schöner. Auch die großen Teile vom See, die seit Tagen zugefroren sind, hatten eine zarte Schneeschicht. Ein wirklich zauberhaft Anblick. Der Schnee war nicht so tief, dass man nicht doch dort lang laufen konnte. Es war zwar wieder ein wenig anstrengender als ohne Schnee, doch ich reduzierte mein Tempo entsprechend und genoß den schönen Anblick. Auf der anderen Seite vom See waren tatsächlich schon wieder Wirtschaftsfahrzeuge der Stadt unterwegs. In deren Spurrillen zu laufen war angenehm. Ich lief eine zweite Runde um den See und fand oft meine eigenen Fußspuren wieder. Es war an manchen Stellen noch immer kein anderer Mensch lang gegangen außer mir. Unter der rechten Ferse bildeten sich immer wieder unangenehme kleine Stollen, die plötzlich wegbrachen. Ich mußte aufpassen, nicht irgendwann blöde damit umzuknicken. Der Schnee war doch nass und pappig. Manchmal klebte der Fuß ein wenig am Boden. Es waren wie schon so oft in diesem Winter außergewöhnliche Umstände. Es ist zum 4. Mal in diesem Winter so viel Neuschnee gefallen. Das ist wirklich außergewöhnlich. Also werde ich auch in ein paar Tagen zum 4. Mal mich durch den tauenden Matsch mühen müssen. Naja, was einen nicht umbringt...
Meinen beiden kleinen Vögeln macht dieses Wetter überhaupt nicht aus. Ihr Käfig ist nahe am Fenster, wo auch die wohl temperierte Heizung ist. Es ist schön mollig warm dort, so warm, dass sie sogar ein Wasserbad genommen haben. Alle Menschen sind müde vom Winter und vom Schnee und der Kälte. Tweety und Bertha kriegen davon nichts mit. Sie sehen vom Fenster aus das Weiße, aber sie spüren die Kälte ja nicht. Ihre Fröhlichkeit während des Bades hatte etwas sehr ansteckendes. Tweety hüpft in die kleine Wanne hinein, plustert und plantscht mit den Flügeln kurz herum und hüpft wieder heraus, um die Tropfen abzuschütteln. Dieses wiederholt er viele Male. Um ihn herum wird es immer nasser. Er gibt dabei durchaus vergnügte Geräusche von sich. Bertha fühlt sich von diesem Anblick angezogen und möchte auch in diese Wanne. Nur zu zweit passen sie da leider nicht herein und schon geht die Zankerei wieder los. Am Ende sind aber beide zufrieden und vor allem recht müde. Sie plustern sich, setzen sich auf den Käfig und sehen entspannt zum Fenster hinaus. Nach diesem doch recht anstrengenden Spaß ist nun wieder erst mal ein kleines Schläfchen angesagt, in dem sie ihr Köpfchen nach hinten drehen und unter die Flügel stecken.