Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Diesen Titelsatz hätte ich heute schon ein paar mal über meine Lippen bringen können.
Ich schlief heute nacht nicht so gut. War, wie schon ein paar mal in dieser Woche, eine ganze Zeit, nachdem ich schon eingeschlafen war, doch wieder wach. Erst zum Morgengrauen kam der Schlaf wieder. Ich erwachte gegen 5.30 Uhr, eigentlich etwas spät. Der Wetterbericht hatte für heute wieder einen recht warmen Tag vorhergesagt, deshalb wollte ich so früh wie möglich los laufen, um der Hitze zu entgehen.
Als ich Treppe runterging, um meine Zeitung zu holen, verlor ich erst einen Schuh. Als ich ihn wieder hatte, flog ich die halbe Treppe runter. Ich konnte mich gerade so eben noch am Geländer festhalten. Wat war dat denn? Da war wohl einer noch nicht richtig wach.
Naja, Frühstück, Gymnastik, Camelbak fertig machen, Laufsachen an und dann lief ich los. Die Beine fühlten sich sehr gut an. Doch meine Einstellung entsprach dem nicht. Ich hatte irgendwie gar keine Lust, heute so früh so weit zu laufen. Wat war dat denn? Schon wieder, so kannte ich mich selber nicht. Ich beschloss, erst einmal weiter zu laufen. Die Beine fühlten sich einfach nur gut an und vielleicht würde sich das Gefühl zum Laufen noch entwickeln.
Ein wenig schlecht gelaunt ließ ich den See links liegen, wieder die Brücke hoch und war schon bald in den Feldern.
Noch ein Stück durch das Wohngebiet und dann war ich da, wo die Weite wirklich weit ist, wo ich das Laufen als Freiheit empfinde, wo ich mit mir und der Welt im Reinen bin. Ich sah links und rechts von mir golden die Getreidefelder größtenteils schon abgeerntet in den ersten Sonnenstrahlen leuchten. Überhaupt diese Farbenpracht, einfach nur schön. Dazwischen immer wieder diese riesigen alten Bäume, ein paar recht alte Häuser, Maisfelder... Es hat mir gut gefallen. Die Beine liefen, wie vom anderen Stern gesteuert. Von Abkürzen an irgendeiner Stelle war gar nicht mehr zu denken. Es machte so viel Spaß, jetzt und hier zu laufen. Ich hatte überhaupt keine schlechte Laune mehr. Mir konnte es gar nicht besser gehen. An der Stelle, wo ich heute abbiegen wollten, versagten die Beine ihren Gehorsam. Sie liefen einfach geradeaus weiter, anstatt links abzubiegen. Wat war dat denn? Ist ja heute alles so komisch, aber irgendwie gut. Ich lief meine Runde durch die Felder beinahe wie im Rausch. Dann kam schon wieder die Bundesstraße, die Eisenbahnbrücke, der See und bald war ich schon wieder Zuhause. Doch was zeigte meine Uhr mir an: 17,91 km in 136,03 Min. Wat war dat denn? Ich fühlte mich längst nicht so müde, wie noch eine Woche zuvor. Dabei war ich nur unwesentlich kürzer dafür aber etwas schneller unterwegs gewesen. Das war heute ein echter Lauf für die Seele, für die Sinne und sportlich gesehen, auch nicht so schlecht. Möchte daher gar nicht mehr an den Start heute morgen denken. Es war ein toller Lauf.