Es ist Samstag und na klar, mein geliebter etwas längerer Wochenendlauf stand auf dem Programm. Das Thermometer auf dem Balkon zeigte nur lausige 10 Grad an, dabei ist es dort noch vom Wind geschützt. Etwas weiter weg vom Haus würde es sicher noch etwas kälter sein. Ich zog daher meine 3/4 Tight an, ein kurzes Shirt und eine Jacke. Mit dem Camelbak ausgestattet lief ich gegen 6.30 Uhr von Zuhause los.
Der Start war heute viel besser als noch vor einer Woche. Hatte keine Mühe, meinen Tritt zu finden. Hatte am See das Gefühl, die Jacke könnte zu warm sein. Doch ich erinnerte mich, vor einigen Wochen dachte ich ähnlich und war froh, sie im kalten Wind in den Feldern zu haben. Also ließ ich sie an. Es ging wie letzte Woche über die kleine Eisenbahnbrücke, überquerte die Bundesstraße und war in den Feldern von Rumeln. Letzte Woche schien hier die Sonne, heute nicht. Es wehte ein Wind und machte diese Gegend nicht gerade gemütlich. Ich lief vorbei an den Feldern. Dort konnte man den Unterschied zwischen Gerste und Roggen erkennen. Die eine Sorte, mit ihren langen "Haaren" wiegte hin und her so wie der Wind es wollte, die andere Sorte stand dem fast regungslos gegenüber. Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln merkte man den Wind ebenfalls nicht an. Ich hatte irgendwie meinen Spaß daran, dies zu beobachten. Als der Wind von hinten kam, merkte ich es kaum, es war ja nicht unangenehm. Auch da hatte ich das Gefühl, ohne Jacke würde es vielleicht besser gehen. Doch als ich etwas mehr als die Hälfte meiner Strecke hinter mir hatte, änderte sich das. Mir pfiff der Wind ordentlich von vorne, er war kalt und machte das Laufen etwas mühsam. Man ist dort der Witterung wirklich völlig ungeschützt ausgeliefert. Ich zog den Reißverschluss meiner Jacke höher und war nun froh, nicht ohne diese zu sein. Dann kam das Stück durch das Wohngebiet, wo der Wind nicht so durch kam. Eine etwas belaibtere Walkerin ging tapfer ihres Weges. Was diese Frau dort walkender Weise machte, hatte für mich eine andere Qualität, als die laut schwatzenden Horden am See, die dem Walken mehr eine Kaffeeklatsch-Note verleihen. Aber jeder so wie er mag. Mir war die Frau, die sich walkend ihren Weg dort bahnte jedenfalls sympathischer.
Zurück am See spürte man den Wind nicht mehr so, jedoch die Kälte schon. Es war nun nicht mehr weit und ich hatte mein Pensum erfüllt. Das hatte heute 15,21 km in 120,06 Min erbracht und ich bin schon etwas erschöpft. In so einem kalten Wind zu laufen, ist anstrengender.
Die anschließende Dusche war eine Wohltat. Was mir auffällt ist, dass ich nach so langen Läufen immer sehr hungrig bin. Obwohl ich zuvor gut gefrühstückt hatte, waren nun zwei Butterbrote nötig, um meinen Appetit zu befriedigen. Werde demnächst vielleicht mal probieren, unterwegs nicht nur zu trinken, sondern auch etwas zu essen vielleicht eine Banane oder einen Schokoriegel. Habe ich noch nie gemacht. Ist aber auf jeden Fall einen Versuch wert.