Am 19.03.2009 flog ich schon recht früh mit dem Flieger von Düsseldorf nach Madeira und war um ca. 12.00 Uhr im Hotel. So hatte ich noch genügend Zeit, um meine Sachen auszupacken und mich mit dem Hotel vertraut zu machen. Ich hatte eine sehr großes Doppelzimmer mit Balkon, Küche, Bad und WC für mich alleine. Der Blick vom Balkon war direkt auf das Meer gerichtet, wunderbar. Man konnte Schiffe groß und klein,

sogar Kreuzfahrtschiffe nicht weit weg vorbeifahren sehen. Direkt am ersten Abend fuhr die deutsche AIDA dort vorbei.
Am Abend gab es eine Begrüßung und kurzes Kennenlernen mit der Reiseleiterin und den anderen Teilnehmern der Reise. Mit 17 Personen war die Gruppe übersichtlich. Da sich keiner kannte, ging es am Anfang noch recht reserviert zu, man musste sich erst noch kennenlernen.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen wurden wir mit dem Bus abgeholt, der uns in den Norden der Insel brachte. Wir besuchten ein paar einheimische Strohhäuser und fuhren weiter auf den 900 m hoch liegenden Weiler Queimadas. Die Wanderung sollte uns durch mehrere Tunnel zum Talkessel nach Caldeirao Verde führen wo man am Ende einen 100 m hohen Wasserfall zu sehen bekam.

Leider fing es schon früh an zu regnen und hörte im Verlauf der 5 stündigen Wanderung (17 km ) nicht mehr auf. Die sehr sach- und fachkundigen Erläuterungen der Reiseleiterin wurden kürzer, einige der Teilnehmer kehrten um, ich ging jedoch weiter, da ich zu diesem Zeitpunkt eh schon ziemlich nass war. Der große Wasserfall wurde nur kurz bewundert, von Wasserfällen hatte man in dem Moment leider mehr als genug. Wir mussten den ganzen Weg auf den mittlerweile überschwemmten Wegen wieder zurück und sahen entsprechend durchnässt und verschlammt aus. Auch der Inhalt des Rucksacks war am Ende feucht. Das war aber der mit Abstand schlimmste Tag aufgrund des Wetters dieser Reise.
Am 2. Tag sollte es schon früh mit dem Schiff zur kleinen Nachbarinsel Porto Santo gehen. Hierzu muss ich sagen, dass ich leider überhaupt nicht seetauglich bin und mit einem entsprechend unguten Gefühlt betrat ich das Schiff. Die Hinweise darauf, wo sich die Spucktüten befanden, wirkten nicht gerade beruhigend auf mich. Als nach 8.00 Uhr dann die Durchsage kam, dass ein technischer Defekt erst behoben werden musste und die Abfahrt des Schiffes daher auf 12.00 Uhr verschoben wurde, war das für mich wie eine Erlösung und schnell war ich wieder vom Schiff runter. Später folgte der Rest der Gruppe. Die Reiseleitung organisierte zügig ein anderes Programm, es war ja noch früh am Tage.
Wir wurden mit dem Bus hoch zu einer weiteren Levadawanderung gefahren. Durch Euklalyptushaine und Terrassenfelder nach Boa Morte. Es gab immerwieder tolle Ausblicke auf die Landschaft und das Meer, dazwischen wunderschöne Blumen bei sonnigem T-Shirt-Wetter. Es wurde ein richtig schöner Tag, mit allerdings neuerlich 9 km.
Am 3. Tag sollte erneut die Insel Porto Santo auf dem Programm stehen. Aufgrund meines sehr unguten Gefühls auf dem Schiff habe ich diese Tour jedoch nicht mitgemacht, sondern erholte mich von den vorigen Wanderungen im Hotel.
Am 4. Tag ging zum Gipfel von Madeira auf den 1.861 m hohen Pico Ruivo. Wir hatten wieder ganz tolles Wetter. Die ansonsten häufig sehr mit Wolken zugezogenen Berge boten ein tolles Panaromabild bis zum Meer.
Der 5. Tag führte uns in die mehr westlich liegende Hochebene von Paul da Serra. Es führte eine Levadawanderung zu den 25 Wasserquellen. Es war mal wieder eine etwas feuchtere Wanderung, aber längst nicht so feucht, wie der erste Tag. Leichter Nieselregen wechselte häufig mit angenehm sonnigen Abschnitten.

Der Rückweg führte durch den längsten begehbaren Tunnel (800m). Diese Tunnel sind auf Madeira alle nicht beleuchtet, man braucht dringend eine Taschenlampe. Alleine würde ich da trotz Taschenlampe wohl nicht durchgehen, aber mit der Gruppe war das o.k. und hat Spaß gemacht.
Als wir nach eine Viertelstunde das Ende des Tunnels erreichten, erwartete uns ein neuerliches Wunder der Natur in Form einer großen Gruppe blühender Callas.

Diese Blumen sah man überall im Wald immer wieder vereinzelt, doch in dieser Fülle hatte ich sie selbst auf Madeira nur an dieser Stelle gesehen. Der mühsame und anstrengende Weg durch den Wald und den etwas unheimlichen Tunnel hatte sich wirklich gelohnt.
Am letzten Tag der organisierten Wanderreise auf Madeira lernten wir die östliche Halbinsel Sao Lorenco kennen. Hier gibt es keinen Wald und auch keine Levadas. Diese felsige Landschaft steht unter Naturschutz und ist unbewohnt. Nur in der im März noch bestehenden Regenzeit ist sie grün und mit vielen verschiedenen Blumen bestückt. Im Sommer sind die Felsen karg. Der Tag war fast schon ungewohnt heiß und die Wanderung vorbei an riesigen Felsen gemischt mit Tuff und Basalt war wieder mal sehr beeindruckend. Man hätte sogar im 15 Grad kalten Meer baden können.

Nachdem wir den Weg zurück zum Bus gewandert waren, wurden wir zum kleinen Fischerdorf Camara de Lobos gebracht. Ein Mittagessen nach landestypischer Art und eine anschließende Besichtigung eines Weinkellers war ein schöner Abschluss der gemeinsamen Reise.

Am nächsten Tag fuhren die meisten nach Hause, ich hatte noch eine Woche, um mir das eine oder andere in Ruhe anzusehen.

Es gab in Funchal der Hauptstadt der Insel verschiedene Statuen, u. a. auch von Sissi.

In diesem Hotel habe ich 14 Tage nächtigen und speisen können.
Es war eine anstrengende aber schöne Reise. Wer dort hinreist, sollte nicht empfindlich auf Regen reagieren, die Natur lieben und vor allem die Wanderschuhe nicht vergessen. Für Naturliebhaber ist diese Insel ein wunderschönes Erlebnis. Es gibt viel zu sehen. Hier habe ich nur wenige Bilder gezeigt. Beeindruckend fand ich die vielen Blumen dort. Blühende Geranien und auch Kapuzinerkresse wachsen am Straßenrand wie Unkraut. Ich wurde nicht satt, mir diese schönen Dinge anzusehen. Allerdings die meisten Hotels befinden sich an der Küste. Von dort geht es fast immer sehr steil hoch. Ich hatte reichlich Muskelkater und fand das Programm doch recht anstrengend. Bereut habe ich die Reise jedoch nicht, da ich viele schöne Dinge gesehen habe.