Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Jetzt hat er mich doch erwischt der Winterblues. Dieser macht sich vor allem durch Müdigkeit und Abneigung zu jeder Form von Aktivität bemerkbar. Am liebsten sitze ich mit meiner Wolldecke auf meiner Couch.
Einzig was mich jeden Tag doch immer wieder mit Freude raus treibt ist wirklich die Lauferei.
Auch heute schon wieder ganz früh. Obwohl es kalt ist da draußen, eisigkalt mit Minustemperaturen schon die ganze Woche und am Morgen noch viel mehr als später am Tag. Und obwohl überall noch immer Schnee liegt und das Laufen ein wenig beschwerlicher und anstrengender macht. Trotzdem habe ich mich heute morgen ganz früh wieder auf mein tägliches Ritual gefreut. Ich zog mich schön warm aber nicht zu warm an und ging dann runter auf die Straße.
Ich lief schön langsam los.
Das erste kleine Stück Straße ist von Schnee befreit. Doch dann im Wald sieht das ganz anders aus. Hier liegt eine geschlossene Schneedecke, die aber mittlerweile platt getreten ist. Es ist alles knüppelhart gefroren, aber man kann ganz gut drüber laufen.
Ein bißchen weiter ist die holprige Straße auch schneebedeckt. Da wo es gestern mittag noch ein wenig glitschig matschig war, ist es heute morgen ebenfalls hart gefroren. Mein Knickfuß ist wieder gut in der Bandage eingepackt, so dass ich sicheren Fußes hier lang laufen kann. Auch die Wege am See sind schneebedeckt, plattgetreten und ganz gut zu laufen.
Die Schneedecke hört auf, wo ich den See verlasse und Richtung Feldwege laufe. Ich wähle die Straße statt den Fußgängerweg. Es ist ja nur ein kleines Stück. Das erste Stück der Feldwege ist frei von Schnee. Dann folgt ein Teil, der nicht von Autos befahren werden kann und somit auch wieder schneebedeckt ist. Es läuft sich aber auch hier ganz gut. Ich laufe ja immer ganz gerne hier in den Felder und auch heute macht es mir wieder mehr Spaß und Freude als nur am See zu laufen. Hier läuft es für mich immer besser als anderswo. Ich laufe durch ein Wohngebiet, wo ich endlich mal wieder ein längeres Stück reinen Asphalt unter meinen Füßen finde. Welch ein Unterschied das doch ist, wie leicht ich auf einmal laufe.
Der Himmel ist nach wie vor grau in grau. Auch der Schnee ist nicht mehr ganz schneeweiß, er liegt ja schon ein paar Tage so da und nimmt auch schon diese gräuliche Farbe an. Auf einer Wiese toben zwei Pferde dick in Decken eingepackt ausgelassen im Schnee. Sie finden ihren Spaß. Große Runden laufe ich derzeit immer noch nicht. Daher ist mein Exkurs in den Feldern auch wieder schnell vorbei.
Zurück geht es zum Töppersee. Es sind wenige Menschen nur unterwegs. Sieht man welche mit Hund, sieht man die Hunde häufig ebenfalls recht ausgelassen im Schnee spielen.
Ich bin nun schon fast wieder Zuhause und wunder mich, wie gut es noch läuft bei mir. Die Bewegung tut gut und weckt die Lebensgeister in mir, zumindest so lange ich hier laufe.
Nach 1:25 h. ist mein Lauf beendet und es sind immerhin 11,48 km zusammen gekommen. Die sind mir heute leichter gefallen, als ich es mir zuvor vorstellen konnte. Es hat mir viel Spaß gemacht.
Jetzt sitze ich wieder auf meiner Couch mit meiner Wolldecke und ergebe mich dem Winterblues.