Das Thermometer zeigte heute morgen -9 Grad an. Etwas weiter weg vom Haus waren es mit Sicherheit Minusgrade im zweistelligen Bereich. Es bedurfte ein wenig Anlauf, bis ich mich überwinden konnte, dort zum Laufen rauszugehen. Erst mussten noch ein paar Hausarbeiten erledigt werden.
Doch dann war es richtig hell und man konnte sehen, die Sonne wollte auch noch raus. Meine beiden Vögel waren gut drauf und begrüßten jede Möwe, jede Taube, alles was sie im Himmel fliegend entdeckten mit lautem Gepiepe. Ich suchte meine dicksten Laufsachen heraus und zog mehrere Schichten übereinander, dann noch das Halstuch, was mir zuletzt noch zu warm war, Handschuhe und Mütze und dann gab es kein Zögern mehr.
Die ersten Schritte draußen schienen mir nicht so kalt, wie ich befürchtete. Ich lief los und fand mich ausreichend warm gekleidet. Unter mir knirschten die Füße, wenn sie auf schneebedeckte Stellen traten. Ein ungewohntes Geräusch und auch Gefühl, jedoch alles andere als unangenehm.
Auf den Straßen fuhren kaum Autos. Bald schon kam ich am See an. Ach, was war das schön hier. Alles war in weiß gepudert. Der See, der noch nicht gefroren ist, qualmte. Der Himmel war blau und die Sonne stieg in meinem Rücken hoch. Mir kam nur einmal ein Mann mit Hund entgegen. Ansonsten hatte ich dieses Reich für mich. Alles war so friedlich, so ruhig. Ich hörte noch nicht einmal Wasservögel, ich sah sie auch nicht. Die haben sich bestimmt verkrochen. Und mein Fuß? Zu Beginn der Woche hatte ich kaum noch Beschwerden. Gestern jedoch spürte ich tagsüber und auch beim Laufen wieder viel mehr das Ganze. Und heute drückte die Einlage nur wieder an der Innenseite. Das spüre ich nur am rechten, der der Problemfuß ist. Der linke, der nicht jeden Tag mit Einlage läuft, macht kein Problem. Ich werde mich wohl noch weiter gedulden müssen, bis sich dieses Problem hoffentlich irgendwann in Luft auflöst.
Als ich die Hälfte meiner heutigen Strecke erreichte, drehte ich um und lief den gleichen Weg wieder zurück. Die Sonne war schon etwas höher und schien mir ins Gesicht. Was für eine Wohltat. Etwas später bekamen auch die Knie ein paar Sonnenstrahlen ab. Erst da spürte ich, wie kalt es eigentlich war. Doch es war nicht mehr weit, bis dass ich wieder Zuhause war.
Es war nur eine kurze Strecke 4,73 km in 34,51 Minuten. Es war genau richtig heute. Einen mehrstündigen Lauf bei diesen Witterungsverhältnissen würde mir sicher nicht so viel Vergnügen bereiten. Es hat mir heute wieder Spaß gemacht und ich bin sehr froh, dass ich mich überwunden habe.