Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Seit zwei Wochen laufe ich tagtäglich durch den Schnee. An manchen Stellen ist er tief, an anderen platt getreten / gefahren und rutschig und buckelig. Es ist anstrengend und manchmal auch mühsam auf solch einem Terrain zu laufen. Jeden Tag spürte ich mehr, wie das Alles an meinen Kräften zehrte. Meine Beine wurden jeden Tag müder vom Laufen auf Schnee und Eis. Kam mir mal ein Stück blanker Asphalt unter meinen Füßen, war es eine echte Wohltat. Trotzdem bin ich jeden Tag ganz normal meine Runde gelaufen. Klar, ich war mal wieder langsamer als gewohnt. Aber ich bin gelaufen.
Heute wollte ich auch wieder ganz früh raus. Der Wetterdienst hat Tauwetter und Regen und Blitzeis vorhergesagt. Da dachte ich mir, es ist besser so früh wie möglich loszulaufen.
Das Thermometer zeigte schon wieder mehr als 2 Grad plus auf meinem Balkon an. Außerdem hatte bereits ein leichter Regen eingesetzt. Meine Laufkleidung war heute nicht mehr ganz so dick. Keine Mütze, nur ein Käppi wegen dem Regen, keine Handschuhe und auch kein Halstuch waren mehr nötig. Das empfand ich schon erleichternd.
Die ersten Schritte raus aus dem Haus hörte ich es überall tropfen, von den Dächern der Häuser, von den Bäumen und Sträuchern, von den Autos und auch vom Himmel. Was da von oben runter fiel, war kein Regen sondern ganz feine Hagelkörner. Man wurde nicht richtig nass davon. Doch ich war froh um mein Käppi und dem großen Schirm, der mein Gesicht vor den vielen kleinen wie Nadelstiche wirkenden Hagelkörnern schützte.
Auf den Straßen, wo kaum noch Schnee liegt, kann man ganz gut laufen. Doch da, wo auf den Gehwegen noch Schnee liegt, ist dieser noch glitschiger, noch tiefer und noch unangenehmer als all die Tage zuvor. Deshalb zog es mich heute mal nicht zum Töppersee hin, wo mich nur solch ein Geläuf erwarten würde. Statt dessen lief ich kreuz und quer durch die Straßen meiner Wohngegend. Und es ist ja nicht nur meine Wohngegend sondern auch meine Heimat. Hier bin ich groß geworden, habe ich schon als Kind in mancher Ecke gespielt. Immer wieder kam ich an Häuser vorbei, wo ich früher mal mit Kindern gespielt habe, die dort wohnten und in meiner Schulklasse waren. An deren Namen kann ich mich nicht mehr erinnern und auch nicht, wie sie ausgesehen haben. Doch wo ich an den Häusern vorbei lief, wußte ich genau, wo ich mal war und wo eben nicht.
So lief ich in Gedanken versunken kreuz und quer immer den Straßen entlang mein heutiges Ründchen. Aufgrund der frühen Morgenstunden kamen mir nur ganz vereinzelt mal Autos entgegen. So lief es sich doch ganz angenehm. Jeden Tag wollte ich hier nicht laufen. Aber für heute war es ganz o.k. und mit Sicherheit viel besser als eben auf glitschigen, matschigen und holprigen Wegen am Töppersee.
Mal sehen, wie es morgen wird.