Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Mein gestriger Nachmittagslauf war noch im Trockenen. Später fing es an zu regnen und hörte die ganze Nacht über nicht mehr auf. Auch heute morgen regnete es noch immer dicke Bindfäden vom Himmel, mit Temperaturen um die 5 - 6 Grad. Ich war mir nicht sicher, ob ich den für heute geplanten längeren Lauf auch tatsächlich voll durchziehen würde. Naja, erstmal loslaufen und dann unterwegs sehen, wie es ist.
Mit Regenjacke und Kappe ausgestattet lief ich los. Na klar, es sollte heute wieder lang und gemütlich werden. Immer wieder erinnere ich mich daran, dass ich nicht laufe, weil ich es eilig habe. Ich will auch die längeren Läufe leicht und locker bewältigen. Das Wohlfühlen dabei steht bei mir ganz weit oben.
Es sind viele große Pfützen auf den Wegen. Manche sind fast schon so groß wie kleine Seen. Man hat teilweise keine Chance, sie zu umlaufen sondern muss mitten durch. Das Stück Straße vom See bis zu den Feldwegen ist ebenfalls am Rande mit sehr großen Pfützen versehen. Es ist noch früh und kein großer Verkehr, also laufe ich mitten auf der Straße. Es ist ja nur ein kurzes Stück. Noch eben die Bundesstraße überqueren und dann tauche ich ein in die Stille und Ruhe, der Weite der großen Felder. Bis hierher ist mir kein einziger Mensch begegnet, weder mit noch ohne Hund, eine echte Rarität. Ich höre um mich herum den Regen plätschern. Bei geschlossenen Augen könnte man es auch für das Rauschen eines Bächleins halten. Doch ich laufe natürlich mit offenen Augen meinen Weg. Zwischen dem Geplätscher des Regens höre ich ein vielstimmiges Vogelkonzert. Kein Mensch ist hier weit und breit außer mir. Ein schöner Moment voller Ruhe und Harmonie. Die Beine haben längst ihren Rhythmus gefunden und laufen leicht und locker. Für die Augen gibt es noch nicht so viel zu sehen. Die Felder sind noch nicht bestellt und groß und leer. Doch nicht mehr lange, dann wird sich das ändern.
Noch immer bin ich mir nicht sicher, ob ich voll durchlaufe oder vielleicht doch nicht ganz so weit. Es regnet ohne Pause dicke Bindfäden vom Himmel. Meine Jacke ist längst durch und durch und es fühlt sich kalt an. Doch an den entscheidenden Punkten führt mein Weg doch über die geplante große Runde. Nur ein Stück Naturweg lasse ich aus, da dieser vermutlich ziemlich vom Regen und Pfützen überflutet sein dürfte. Der Wind bläst sanft von hinten. Ich spüre ihn nur an der Kälte auf meinem Rücken, ein unangenehmes Gefühl. Doch die Beine laufen wie gewohnt ohne Pause leicht und locker. Selten überholt mich ein Auto. Einmal war da gerade wieder so eine riesengroße Pfütze, wo dieser kleine Smart ohne Rücksicht volle Kanne durchfuhr. Na schönen Dank auch, duschen wollte ich eigentlich später und nicht jetzt. Aber egal, ich bin eh längst nass bis auf die Knochen. Nichts an mir ist mehr trocken. Doch so lange ich weiterlaufe, ist es auszuhalten.
Für einen kurzen Moment frage ich mich, was ich eigentlich hier gerade mache. Stundenlang durch den nicht weniger werdenden Regen zu laufen und wirklich richtig nass zu werden ist schon irgendwie ein bißchen gaga, oder? Andererseits sind keine Menschenmassen unterwegs, ich muss keinen Slalom laufen und mir auch keine Gedanken über Ausweichen oder nicht machen. Ein Hundeangriff ist ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Auf den letzten 2 km in den Feldern treffe ich auf Menschen, die mit ihren Vierbeinern Gassi gehen. Doch diese Hunde sind derart gelassen, weil sie es offensichtlich gewohnt sind. Es wird freundlich gegrüßt.
Jetzt ist es nicht mehr weit, bis dass ich Zuhause bin. Am Ende bin ich froh, mich wieder mal überwunden zu haben. Es sind die geplanten ca. 18 km geworden und ich war ca. 2 1/4 Stunde unterwegs.