Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Seit Montag habe ich den Schlüssel für meine neue Wohnung.
Obwohl meine Vormieterin zum 31.03. (!) ihren Mietvertrag gekündigt hat, war sie bisher nicht in der Lage, ihren verbliebenen Müll dort zu entfernen. Eine ordnungsgemäße Wohnübergabe konnte daher nicht stattfinden. Mir wurde lediglich ein Schlüssel übergeben, damit ich mit den Renovierungsarbeiten beginnen kann, die auch dringend notwendig sind.
Gestern habe ich mich mit dem von mir bestellten Anstreicher dort getroffen. Das erste Mal habe ich die neue Wohnung zunächst alleine betreten und habe sie mir in aller Ruhe ungestört ansehen können. Die Wände sind in keinem guten Zustand, was aber vielleicht bei einem Mieterwechsel nicht ungewöhnlich ist. Ein paar Steckdosen müssten ausgetauscht werden, weil sie mit bunter Farbe übermalt wurden. Der Parkettboden bedarf einer Bearbeitung, da er dunkle Flecken aufweist. Der Fußboden im Schlafzimmer ist in einer Ecke mit einem dicken eingetrockneten k....braunen Farbflecken versehen. Auf dem Balkon ist in einer Ecke der Boden kaputt, so dass sich die Ecken vom Esstrich von allen Seiten nach oben biegen.
Der Müll, der sowohl im Schlafzimmer und vor allem im Kinderzimmer sich stapelt ist nicht unerheblich und stinkt. Es handelt sich hierbei nicht ausschließlich um Sperrmüll, sondern zahlreiche leere Flaschen, Zigarrettenschachteln, Blumenerde und anderer Unrat ist bloßem Auge sichtbar. Ich öffne einen kleinen Schrank und kriege einen Schrecken: Dieser ist komplett bis oben hin mit leeren Bierflaschen versehen. Es verschlägt mir fast den Atem. So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich denke an meine Kindheit, wo ich mich immer gefreut habe, wenn ich mit meiner Freundin irgendwo eine oder gar mehrere leere Bierflasche beim Spielen gefunden habe. Damit sind wir dann zum nächsten Büdchen gegangen und haben das Pfandgeld für ein wenig Süßigkeiten getauscht. Nun ist hier ein kleines Sideboard bis oben hin gefüllt mit leeren Bierflaschen. Ich fasse es nicht!
Verabredet war, dass der Müll bis Samstag vormittag in den Keller verschwinden soll, damit wenigstens die Renovierungsarbeiten durchgeführt werden können. Ich habe Zweifel, dass das so klappt. Für Donnerstag ist der Sperrmüll angekündigt. Ich bin gespannt, ob der Müll dann tatsächlich verschwindet.
Trotzdem sollen die dringend nötigen Anstreicharbeiten am Montag beginnen. Mal sehen, wie weit wir da kommen.
Mit dem Kopf voller Müllgedanken lief ich anschließend und auch heute morgen dann meine kleine Runde. Immer noch habe ich den unangenehmen penetranten Müllgeruch in meiner Nase. Zudem stoßen meine Augen immer wieder auf Unrat in den so schönen Grünanlagen. Ich frage mich da manchmal, ob wir Menschen diesem Planeten eigentlich noch was anderes hinterlassen, als diese riesigen endlosen Müllberge. Wo meine Augen auch hinsehen, überall liegt Müll, Unrat, Papier, Essensreste, leere Pizzaverpackungen, Dosen, Tetraverpackungen.... Es macht mich wütend. Bin ich auch so ein Müllproduzent? Die Industriealiserung hat uns Menschen viele Annehmlichkeiten gebracht, auf die wir alle nicht mehr verzichten wollen. Doch die Berge von Müll sind fürchterlich!
Ich habe in dieser Woche zufällig ein Video von einer Marathonveranstaltung in einer großen europäischen Hauptstadt gesehen. Es waren Aufnahmen eher im hinteren Teil des Läuferfeldes. Kommt man an den Verpflegungsständen vorbei sieht man auch hier wieder nur den Müll, den zigtausend Läufer vorher dort gelassen haben. Unendlich viele Pappbecher liegen da so auf der Straße. Ist dieser Müll tatsächlich von den Läufern, die die Natur lieben?
Auf dem Weg zum See entlang der Straße sah ich schon von weitem, dass einer der zahllosen Bäume beschädigt war. Irgendein Idiot muss in der Nacht den Baumstamm von zwei Seiten mit einem scharfen Gegenstand bearbeitet haben. Die frischen Holzsplitter liegen noch rings herum auf dem Boden. Mir ist klar, dass dieser Baum den nächsten Sturm nicht überleben wird und gar eine Gefahr für den Verkehr der sehr belebten Straße darstellt. Es gibt Momente, wo ich mich schäme, ein Mensch zu sein.