Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Der Winter nimmt kein Ende. Es ist immer noch ziemlich kalt da draußen. Aber ich habe mich auch schon ein wenig dran gewöhnt. Bezüglich der Kleidung habe ich mich mittlerweile ganz gut darauf eingestellt. Vor allem seit ich meinen Kopf nicht nur mit einer Mütze sondern auch noch mit dem Buff gut schütze, komme ich besser klar als zuvor. Zwei lange Hosen, ein dickes langärmeliges Shirt mit hohem Kragen, eine dicke Jacke noch darüber, Mütze und Handschuhe an und dann läßt es sich gut aushalten da draußen.
Schnee hat es hier keinen gegeben, worüber ich nicht traurig bin. Läuft man durch den Wald, sieht man die Kälte nicht, man spürt sie nur. Es sieht alles so aus wie immer so grau in grau. Da deutet nichts auf die Kälte hin, die man spürt. Die Straßen sehen ein wenig anders aus. Hier wehen helle Staubkörnchen darüber. ich weiß nicht ist es Schnee oder was ist es?
Der weitere Wege zum See führt über hart gefrorenen Boden, der noch vor gar nicht lange Zeit kaum zu passieren war, weil er vom vielen Regen völlig matschig und wässrig war. Nun aber ist er hart gefroren.
Sieht man den See von weitem, könnte man meinen, dass er ganz ruhig da liegt, keine Welle ist zu sehen. Kommt man ihm näher, sieht man, dass er mit einer recht dicken Eisschicht bedeckt ist. Die oberste Deckschicht ist weiß mit vielen dunklen Lücken drin. Seit dem Wochenende ist er nun schon zugefroren und ich glaube zu sehen, dass das Eis von Tag zu Tag dicker wird. Doch kann man das wirklich sehen? Ohne es beschreiben zu können, meine ich ja. Oder bilde ich mir das nur ein? Zum Betreten sind keine Seen dieser Stadt freigegeben, es ist sogar verboten. Wer es dennoch wagt und dabei erwischt wird, muss mit einer Strafe rechnen.
Während ich so um den See laufe, vermisse ich die Geräusche der Wasservögel. Nur an einer Stelle, wo noch immer Wasser ist, haben sie sich alle versammelt. Doch auch hier ist kein großes Gegackere oder Geschnattere zu vernehmen.
An manchen Stellen wagen sich aber doch einige wenige Menschen auf das Eis. Sie gehen nur kurz am Rande drauf, wollen es testen, wollen es spüren. Wenn man von Berichten in den Medien hört und liest, wo Rettungskräfte ihr Leben riskieren müssen, weil andere sie mit ihrem Leichtsinn dazu bringen, empfinde ich deren Tun ziemlich leichtsinnig.
Ich laufe gemächlich weiter meines Weges. Meine Beine waren heute nicht ganz so locker. Aber das ist nicht schlimm, laufe ich halt ein wenig langsamer. Ich habe es ja nicht eilig.
Meine Gedanken gehen heute schon den ganzen Tag ziemlich häufig zu dem Thema Abwahl des OB's Sauerland in Duisburg, die am kommenden Sonntag ansteht. Ich habe meine Stimme schon längst per Briefwahl abgegeben.Für mich steht es außer Zweifel, dass eine Abwahl dieses Oberbürgermeisters ziemlich dringend notwendig ist. Ich hoffe sehr, dass genügend andere Menschen dieser Stadt das auch so sehen und es mir gleich tun. Würde die Abwahl scheitern, würde Sauerland noch bis 2015 in seinem Amt verbleiben. Aus meiner Sicht wäre das eine Katastrophe für diese Stadt. Einen ersten Bürger der Stadt, der sich dort in der Öffentlichkeit nicht mehr blicken lassen kann, ohne mindestens beschimpft zu werden, einer, der nicht einsieht, welchen Bockmist er angerichtet hat, zu dem er nicht steht, so einen braucht diese Stadt nicht.
Für einen Start in eine neue bessere Zeit braucht diese Stadt starke Menschen. Dass das jetzige Stadtoberhaupt alles andere als stark und souverän ist, konnte die ganze Republik verfolgen. Viele Entscheidungen sind derzeit auf Eis gelegt, im wahrsten Sinne des Wortes. Alles schaut auf Sonntag und hofft und bangt, dass genügend Stimmen zusammenkommen. So empfinde ich es zumindest im städtischen Kollegenkreis. Ich habe meine Stimme abgegeben, mehr kann ich nicht tun. Nun bleibt es abzuwarten, wie der Sonntag abend ausgehen wird.
Ich laufe weiter um den See herum, treffe immer wieder auf dicke eingepackte Menschen. Es ist schön hier draußen und es tut gut, die Luft, die so eiskalt ist, ein- und auszuatmen. Schön ist es auch, nach Vollendung eines solchen Laufes ist in wohl temperierte Wohnung zurück zu kehren. Es war mal wieder ein richtig schöner Winterlauf.