Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Wenn ich laufe, laufe ich mit allen Sinnen. Ich sehe, ich rieche, ich höre, ich fühle. Das, was man wahrnimmt, ist jeden Tag anders, ist zur jeden Stunde anders und bei jedem Lauf. In der Woche - im Alltag - fühlt sich alles anders an, am Morgen anders als am Nachmittag oder Abend. Am Wochenende ist wieder alles anders sowohl am Morgen als auch am Nachmittag oder Abend.
An einem Sonntag morgen, wenn es endlich mal nicht regnet, siehst Du in der Ferne am rötlichen Himmel, dass es allmählich hell wird draußen. Das ist die richtige Zeit, um aufzustehen und sich bereit zu machen, für einen Lauf.
Wenn ich dann endlich soweit bin und tatsächlich loslaufe, ist es draußen schon so hell, dass die Laternen bereits erloschen sind. Im Wald höre ich immer wieder Vogelgezwitscher. Dabei ist doch noch Winter. Auf der Straße ist kaum Verkehr, alles wirkt so ruhig und entspannt, so wie ich es am liebsten mag.
Am See sind schon wieder einige mit ihren Hunden unterwegs, aber auch andere Läufer und Walker. Heute morgen wird hier viel gegrüßt. Sehr häufig sage ich heute "Guten Morgen". Ich höre Hundegebell, Enten- und Gänsegeschnatter, Vogelgezwitscher, meine eigenen Schritte, manchmal auch die Schritte von anderen, erst von weitem ganz leise, dann immer näher kommend lauter, bis dass sie an mir vorbeilaufen oder mich überholen, nicht ohne ein freundliches "Guten Morgen" zu hinterlassen. Dann werden die Schritte der Anderen wieder leiser und ich höre wieder nur meine eigenen.
Von weit her höre ich Glockengeläut. Ja, es ist Sonntag morgen, da läuten die Kirchenglocken häufiger als an anderen Tagen. Dann kommt eine ganze Horde von Läufern. Ich höre viele Schritte, aber vor allem deren lautes Reden. Als sie an mir vorbeilaufen, reicht es immerhin für ein kurzes aber nicht unfreundliches "Guten Morgen".
Dann bin ich wieder alleine mit mir und höre nur meine Schritte. Jeder Schritt ist ein kurzes Knirschen auf dem kiesigen Boden. Es läuft sich gut heute morgen, schön leicht und locker und recht entspannt.
Der letzte Kilometer weg vom See Richtung Zuhause ist immer der schwerste. Es geht hier stetig ein wenig bergauf, der Weg ist teilweise recht holprig und uneben. An weniger guten Tagen werde ich hier ganz schön pustig. Doch an Tagen wie heute, wo es gut läuft bei mir, laufe ich auch den letzten Kilometer leicht und locker und gut gelaunt nach Hause, nicht ohne noch das eine oder andere Mal freundlich lächelnd "Guten Morgen" zusagen.