Nun ist er endlich da, der langersehnte erste warme Frühlingstag.
Heute früh deutete sich schon an, was der Wetterdienst schon seit Tagen angekündigt hatte. Es war zwar mit 5 Grad noch kühl, aber nicht mehr eisig. Die Luft war klar, am Horizont begann langsam der Tag. Die Vogelwelt war längst schon wach und beglückte mich mit ihrem schönen Konzert. Eigentlich war dieser Moment viel zu schön, um weiter mit dem Auto zum Büro zu fahren. Doch die Pflicht rief gnadenlos.
Aber so ein Bürotag dauert nicht ewig. Zuhause angekommen zeigte das Thermoeter nun bereits 15 Grad an, die Sonne schien und es war einfach nur ein richtig schöner Tag. Ich freute mich doch sehr auf meinen heutigen Lauf.
Ich zog zum ersten Mal in diesem Jahr wieder eine kürzere Hose an. Nicht die ganz kurze, dafür reichte mein Mut heute noch nicht. Doch immerhin die Haut an meinem Unterschenkel bekam endlich wieder Luft. Ein langärmeliges Shirt noch dazu, so war ich heute endlich nicht mehr so dick gekleidet wie all die vielen Male zuvor. Es lief sich locker und leicht, sehr angenehm. Manchmal ging noch ein kalter Wind daher. Doch ist man erst mal warm gelaufen, nimmt man ihn gar nicht mehr so kalt warm. Am See angekommen stellte ich schnell fest, dass nicht nur ich mich nach diesem Tag gesehnt hatte. Es waren so viele Menschen unterwegs wie schon lange nicht mehr. Viele davon auch so mancher Läufer immer noch recht dick eingepackt. Ja, es ist auch eine Kopfsache, sich nun wieder zu trauen. Vielleicht bin ich morgen schon ein wenig mutiger und fürchte nicht mehr den kalten Wind. Auf dem großen Spielplatz war sehr viel los. Viele Kinder spielten dort und jauchzten laut dabei.
An den Bäumen und Sträuchern sieht man schon seit ein paar Tagen die Knospen sprießen. Auch das erste zarte Grün der neuen Blätter ist zu sehen. Nicht mehr lange und es wird nicht mehr so kahl alles aussehen. Wenn erst wieder das kraftvolle Grün überall zu sehen ist, das wird ein schöner Anblick sein. Auf den Wegen sieht man immer noch hier und da die Reste, die Xynthia hinterlassen hat, hier ein Stock und da ein Ast. Ich genieße die Sonne, die klare Luft, die rhythmische Bewegung meines Körpers an der frischen Luft. Endlich hat der Winter das Nachsehen. Es hat dieses Jahr sehr lange gedauert. Ob es gänzlich vorbei ist, wird sich noch zeigen. Doch für heute war es ein wunderbarer Beginn in eine hoffentlich wesentlich angenehmere Jahreszeit.