Meine Lauferlebnisse, Ziele und Tagtägliches sollen hier erscheinen. Vielleicht interessiert das ja andere Menschen?
Letzte Woche habe ich hauptsächlich Schonungsläufe um den Block gemacht. Ich wollte die verletzte Stelle am Bein nicht unnötig reizen, sondern fit sein für das nahende Wochenende. Ich behandelte es weiterhin wie schon beschrieben. Es blieben jedoch die Zweifel und jede Menge Unsicherheit, ob ein 6-Std.-Lauf nun tatsächlich ein geeigneter Wiedereinstieg in das "normale" Läuferleben ist. So recht wohl war mir bei dem Gedanken nicht.
Als ich am Samstag, dem Tag des eigentlichen Vorhabens aufwachte, prasselte der Regen nur so gegen die Fensterscheiben. Bei dem Blick aus dem Fenster sah ich, wie das Wasser nur so auf den Straßen stand. Es regnete heftig und dauerhaft. Ein Ende war nicht abzusehen. Sollte ich mich bei diesem Wetter im Dunkeln auf eine Autobahn begeben, auf der das Wasser nur so stand? Sollte ich mehr als 1 Autostunde Fahrt auf mich nehmen, mit der fast schon sicheren Ahnung, dass ich eh keine 6 Stunden dauerhaft laufen könnte?Womöglich würde es mir danach wieder schlechter gehen. War es nicht viel besser, Zuhause zu bleiben und lieber langsam und sachte auf mein normales Level wieder hinzulaufen? Ein normaler Regenlauf macht mir nichts aus, auch ein längerer nicht. Doch eine Autofahrt bei solchen Verhältnissen löst nicht gerade Wohlgefühl in mir aus. Je mehr ich darüber nachdachte, desto sicherer wurde ich, dass es unter diesen Umständen einfach besser sein würde, Zuhause zu bleiben. Diese Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Doch ich habe mich letztlich dazu durchgerungen.
Als ich später im TV die Bilder von überfluteten Autobahnen und Landstraßen in NRW und meiner näheren Umgebung sah, war ich mir erst recht sicher, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Nun wollte ich läuferisch eben doch lieber langsam wieder mein Pensum steigern. Als ich am gleichen Tag nach einigen Tagen Abwesenheit endlich wieder an den Töppersee kam, regnete es noch immer heftig ohne Pause. Der Graben, der für viel Regen da ist, der sooft völlig ohne Wasser ist, war fast schon bis zum Rande gefüllt. Die Wege hatten natürlich auch jede Menge große Pfützen überall, waren aber dennoch gut zu laufen. Jedoch die Wiesen waren so voller Wasser, dass man bei der geringsten Berührung sofort patschnasse Füße bekam. Meine Runde am Samstag war mit 3 km nur kurz. Doch sie tat so unendlich gut. Endlich wieder beschwerdefrei und ohne Druck laufen. Was war das doch für eine Wohltat. Am Sonntag fühlte es sich ähnlich an, da lief ich dann eine 4 km-Runde. Auch diese war völlig frei von Beschwerden, kein Druck, sondern einfach nur wohlfühlen, entspannt und glücklich sein. Glücklich endlich wieder in meinem Revier zu sein, die frische Luft zu genießen, auch den Regen, der noch immer pausenlos vom Himmel fiel, störte mich nicht.
Heute lief ich dann meine 5-km Runde ebenfalls völlig beschwerdefrei. Es sieht tatsächlich so aus, als hätte ich es so gut wie überstanden. Was bin ich froh darum. Ich werde diese Woche auf jeden Fall noch im Schongang laufen. Es wäre einfach zu schade, wenn ich durch Ungeduld, durch zu frühes starkes Belasten ein Rückfall bekommen würde.
Manchmal frage ich mich nun, ob wir ab und zu solche kleinen Dämpfer brauchen, damit einem wieder bewußt wird, wie schön und wohltuend das tägliche Laufen ist? Meine Lust auf jede Menge neuer täglicher Läufe ist jedenfalls nun wieder viel größer als zuvor.